Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Für die Menschen der vorindustriellen Zeit war die Natur trotz weitreichender Handelsbeziehungen ein wilder und manchmal auch gefährlicher Ort. Wälder, Sümpfe und Gebirge hielt man für die Heimstätte magischer Kreaturen und fabelhafter Tiere. Wesen, deren Faszination noch heute ungebrochen ist. Lindwürmer und Einhörner, Hausdrachen und Wolpertinger lebten weiter in Sagen und Erzählungen, die im 19. Jahrhundert durch die Brüder Grimm und viele andere zusammengetragen und schriftlich fixiert wurden. Das Buch unternimmt eine Reise in die Welt der Fabeltiere des deutschsprachigen Raumes. Die Autoren haben das umfangreiche, vielfältige in der Literatur überlieferte Material gesichtet, sortiert und aufbereitet. Florian Schäfer schuf auf dieser Basis zahlreiche lebensnahe Nachbildungen von Fabeltieren basierend auf historischen Beschreibungen und macht damit diese mythologischen Wesen zugänglich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2024
Sind Sie schon einmal einem Hötzelstier begegnet? Vermutlich nicht, denn das aus Kalb, Schwein und Esel zusammengesetzte Wesen gehört zu jenen Fabeltieren, denen Florian Schäfer, Janin Pisarek und Hannah Gritsch ihr von Rezensent Wolfgang Krischke besprochenes Buch widmen. Eine ganze Menagerie derartiger Kreaturen versammeln die Autoren, lernen wir, und sie zeichnen ihre Genese aus lokalen Legenden und Bräuchen nach. Manche wurden beispielsweise, so Krischke entlang des Buchs, erfunden, um Auswärtige hereinzulegen. Die Spannbreite der behandelten Geschöpfe ist so groß wie die zwischen Wolpertinger und Tholm, heißt es weiter, wobei sich das Autorenteam auf Sagen aus dem deutschsprachigen Raum beschränkt und allzu menschennahe Kreaturen aussortiert. Reichhaltig illustriert ist dieses schöne Buch außerdem, freut sich Krischke, und die Autoren haben sogar Modelle der Tiere angefertigt und sie an den Orten fotografiert, an denen sie laut Legende zuhause sind.
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