Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2002
Hajrija Hrustanovics autobiografische Aufzeichnungen "Nichts ist vergangen" haben den Jdl. zeichnenden Rezensenten sehr beeindruckt. War der Balkan in den letzten Jahren vor allem politischer Schauplatz einer Literatur der Kriegsanklage oder der nationalen Selbstvergewisserung war, erscheint er für den Rezensenten hier als privater Ort, in dem der Krieg nur am Rande vorkommt. Im Mittelpunkt steht laut Rezensent die skizzenhafte Beschreibung eines Lebens, "in dem die Kränkung am Ende zur Krankheit führt". Hrustanovic erzähle ihr Leben im Tonfall distanzierter Beteiligung, lapidar würden Szenen der Erinnerung niedergeschrieben, die sich zu einer Chronologie reihten, die nicht von zeitlicher Abfolge, sondern von privater Dringlichkeit bestimmt werde, erklärt der Rezensent: "Hrustanovics plastische Bilder wechseln vom Erwachsenenalter in die bosnische Kindheit und wieder zurück in die Gegenwart". Ihre "stille Wut", so das Resümee des Rezensenten, sei zur "großen literarischen Rechtfertigung" geworden.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…