Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit. Es ist ein heißer Sommer in Halifax im Jahr 1959 und die 12-jährige Rosalie hat ein Geheimnis, das ihr auf der Seele liegt: Es ist allein ihre Schuld, dass ihre Mutter gestürzt ist und sich den Knöchel gebrochen hat. Um auszuhelfen heuert Rosalies Vater den Nachbarsjungen David an, den Totengräber, wie er von den anderen Kindern immer nur genannt wird. Aber dann verschwindet Rosalies 17-jähriger Cousin Johnny, und der Sturz der Mutter ist auf einmal nicht mehr so wichtig. Gemeinsam mit David, mit dem sie sich langsam anfreundet, versucht Rosalie das Verschwinden von Johnny aufzuklären. Und erfährt dabei, welche Geheimnisse und wie viel Liebe ihre Familie zusammenhalten.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.03.2008
Wie ein Gemälde aus einer anderen Zeit wirkt dieses Kinderbuch auf den Rezensenten Franz Lettner. Die Geschichte spielt in der kanadische Hafenstadt Halifax im schwülen August des Jahres 1959 - als dort Lettners Eindruck zufolge harte Arbeit noch ebenso normal war wie die Rassentrennung. Für den Rezensenten bezieht das Buch seine Eindringlichkeit aus der Ruhe des Erzähltons, der augenscheinlich intensive Bilder beim Leser evoziert, sowie aus einer fast minimalistischen Bestimmtheit, mit der die Geschichte (deren Plot der Rezensent nicht näher erläutert) vorangetrieben wird. Über allem liege zunächst eine Art "Zuckerguss", der am Ende einigermaßen abgekratzt sei. Dazwischen lese man von der zwölfjährigen Rosalie und dem verschwundenen Johnny, einer Familie und eine Geschichte über Autorität und Gehorsam.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Ein Buch übers Erwachsenwerden. Schauplatz: die Stadt Halifax an der kanadischen Ostküste. Das Jahr: 1959. Die Heldin: Rosalie, elf Jahre alt. Das Problem: Ereignislosigkeit, wie üblich. Sehr überzeugend erzählt, so die Rezensentin Britta Lange, Rosalie aus ihrem bis dahin wenig aufregenden Leben. Dann aber macht der vom Vater als Gärtner engagierte, von Rosalie eigentlich wenig geschätzte Nachbarsjunge David Flynn eine Bemerkung über ihren Cousin Johnny. Der nämlich ist, anders als sonst, ausgeblieben und Rosalie versucht, dem Geheimnis, das sich dahinter womöglich verbirgt, auf die Spur zu kommen. Was der Rezensentin an diesem vom Plot gar nicht so ungewöhnlichen Buch ganz ausgesprochen gut gefällt, sind die "unaufgeregte Erzählstimme" und die Subtilität der Charakterbeschreibung. Alles erscheint "differenziert" und "glaubwürdig" und deshalb offenkundig sehr lesenswert.
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