Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Kommissarin Alba jagt ein Monster, das ihr stets einen Schritt voraus zu sein scheint. In einer heruntergekommenen Villa an der Via Nettunense, südlich von Rom, wird ein halbtotes Mädchen gefunden, gefesselt nach der japanischen Shibari-Tradition, systematisch und brutal misshandelt. Wer sie so zugerichtet hat, hat viel Zeit und Energie aufgewendet. Das Werk eines Verrückten. Das weiß Alba Doria, die in ihrer Persönlichkeit gestörte, brillante Hauptkommissarin der Staatspolizei. Es erinnert sie an die sadistischen Praktiken eines Serienkillers, doch der ist seit zehn Jahren tot. Damals hatte sie gemeinsam mit zwei Freunden von der Polizeischule in ein obskures Nest aus Geheimdiensten, Kriminellen und korrupten Politikern gestochen und viel riskiert. Nun holt die Vergangenheit sie wieder ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2021
Rezensent Kai Spanke nimmt dankbar die kulinarischen Tipp entgegen, die ihm Giancarlo de Cataldo auftischt, ansonsten rät er eher, die Finger von diesem Roman zu lassen. Ziemlich verschmockt und voller Klischee erscheint ihm dieser Fall um japanische Fesselkunst, den Cataldo kulturbeflissen mit Exkursen zu Duke Ellington, Billie Holiday und Sacher-Masoch garniert. Gegen den Strich geht ihm auch die mit dickem schwarzen Pinsel getuschte Figurenpsychologie, derzufolge die Kommissare genauso pathologisch sind wie die Folterknechte und Zuhälter, die sie im Darknet jagen.
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