Gedächtnis und Erinnerung

Ein interdisziplinäres Lexikon
Cover: Gedächtnis und Erinnerung
Rowohlt Verlag, Reinbek 2001
ISBN 9783499556364
Taschenbuch, 608 Seiten, 19,89 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Nicolas Pethes und Jens Ruchatz . Dieses interdisziplinäre Lexikon hat zum Ziel, das weite Feld der Gedächtnis- Erinnerungsforschung in seiner historischen und theoretischen Vielfalt zu präsentieren und den aktuellen Wissensstand zu bilanzieren. In Stichwortartikeln werden die Forschungspositionen fachorientiert vorgestellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.12.2001

Das Problem mit dem hier angeschlagenen Thema kennzeichnet der Rezensent wie folgt: "Gedächtnis und Erinnerung sind universelle Phänomene. Es gibt nichts, was nicht in Beziehung zu ihnen gesetzt werden könnte." Arno Orzessek lässt es deshalb gern gelten, dass die Herausgeber bei der Auswahl der Lemmata von wissenschaftlichen Disziplinen, Methoden und Erkenntnisinteressen absehen, und wendet sich dem Gebrauchswert des Lexikons zu. Der erscheint ihm recht ordentlich. Auf einer "Tour" durch insgesamt 15 Fachgebiete, so Orzessek, könnten sowohl "Wissenschaftler ohne Scheuklappen" ("die das Zielpublikum ausmachen") als auch interessierte, schmökernde Laien sich Erhellung bzw. Unterhaltung verschaffen. Entscheidend ist für den Rezensenten indes, dass die einzelnen Beiträge "durch maximale Informationsdichte, sicheren Problemzugriff und Klarheit" überzeugen. Die wenigen Schwachpunkte, die Orzessek einfallen, beziehen sich auf einzelne Einträge: Den Beitrag zu "Archetyp" findet er "gedanklich bieder und stilistisch bedenklich" und zur "Rhetorik" hätte er gern mehr erfahren als über die antiken Grundlagen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.11.2001

Ein Lexikon ist dazu da, meint Niels Werber ganz in Übereinstimmung mit der von diesem Lexikon selbst gegebenen Definition, uns "freundlicherweise eigenes Wissen und Merken" abzunehmen. Und dazu, beeilt er sich freudig anzumerken, taugt der vorliegende Band ganz prima. Mit unvermeidlichem Bezug auf den 11. September liest Werber sich durch einzelne Stichwörter des Bandes und stellt flink mit Hilfe der dort versammelten Erkenntnis etwa zum Thema "kulturelles Gedächtnis" Bezüge her, erklärt und erläutert. Ganz folgerichtig kommt er zu dem Ergebnis, dass man mit "mit dem Lexikon arbeiten" kann, er lobt den "exzellenten Überblick" über das weite Feld seiner Thematik, den es verschaffe. Sehr hilfreich findet er die "Verlinkung" der einzelnen Artikel, beeindruckend die Liste der Autoren: ein "Who's Who" der auf den versammelten interdisziplinären Gebieten (von Kulturwissenschaften bis Neurobiologie) arbeitenden Experten. Ein kleiner Einwand nur: die Würdigung einiger weniger Autoren in eigenständigen Einträgen will Werber etwas beliebig und überflüssig vorkommen.
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