Frank Schulz

Mehr Liebe

Heikle Geschichten
Cover: Mehr Liebe
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2010
ISBN 9783869710112
Gebunden, 291 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Katja begegnet ausgerechnet auf ihrer Hochzeitsreise dem Mann, von dem sie schon ihr ganzes Leben träumte (und der natürlich nicht mit ihrem frischgebackenen Ehemann identisch ist). Das grundgute Dörchen entdeckt kurz vor ihrer goldenen Hochzeit einen Streichholzbrief des "Moulin Rouge" in der Manteltasche ihres Mannes und macht sich tapfer auf zur Recherche auf die Reeperbahn; Olaf Bressen begreift am Ende seiner im Scheitern befindlichen Ehe, dass damals, Jahre zuvor, auch er im Ausspruch "So sind sie, die Männer!" inbegriffen war, den sein künftiges Eheweib beim Anblick eines Wichsers von sich gab; und auch die tauchen auf, die ganz zu kurz kamen und vollkommen gefühllos handeln.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.06.2010

Mit norddeutschem Understatement teilt Jörg Magenau uns seine Begeisterung für diese von Hafenluft und Rotlicht geprägten Erzählungen von Frank Schulz mit. Den Titel versteht er nicht als moralischen Imperativ, sondern eher als Ausdruck für die endlosen Passionsgeschichten von Schulz' nordisch herbem Proll-Personal. Grundiert mit dem Pop der 60er und 70er und gut slangerprobt, wirkt das auf Magenau alles ziemlich echt und liebevoll entworfen. Bis plötzlich ein Schuss fällt und die "Schlampe von gegenüber" vom Balkon fegt. Damit dem Leser bloß nicht zu sentimental ums Herz wird. Auch super, findet Magenau.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2010

Als Autor, der geradezu genial die von ihm beschriebenen Figuren in ihren "wesentlichen Regungen" erfasst, preist Rezensent Edo Reents den mit seiner Hagener Trilogie zu Ruhm gelangten Frank Schulz. Und für all jene, die fürchteten, die Rückkehr in die liebgewonnene fiktive (aber dem Leben haargenau abgelauschte) Schulz-Welt bliebe aus, kann Reents nach Lektüre dieses Bands mit Erzählungen Entwarnung geben. Die Geschichten spielen zum größeren Teil in der selben Welt, die Figuren tragen die selben Namen und auch der Autor Frank Schulz ist nach wie vor auf der Höhe seiner von Reents sehr bewunderten Kunst. Um das Vergehen der Zeit geht es, den Beginn des körperlichen Verfalls, die Jugend, die Liebe - und in einem vom Gewohnten dann doch abweichenden Höhepunkt des Bandes mit dem Titel "Trilogie der Gewalt" auf verblüffende Weise um eben das, was der Titel verspricht, so Reents. Alles aber, was Schulz anfasst, findet der Rezensent offensichtlich schlicht "grandios".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.03.2010

Virtuos, unterhaltsam, prall wie das Leben selbst: Die "furiosen Beschreibungsexerzitien", die  Frank Schulz in seinen 22 Erzählungen vorführt, versetzen Frank Schäfer in seiner ausholenden Besprechung in Begeisterung. Ob die heiklen Geschichten, als welche sie im Untertitel geführt werden, nun alle das Thema Liebe beziehungsweise Liebesverlangen durchspielen, ist in den Augen des Rezensenten zweitrangig, denn ihre "Wahrhaftigkeit" und "sprachliche Suggestionskraft" machen sie für ihn zu autarken Kunstwerken. Manche Stories nehmen Bezug auf Figuren aus vorhergehenden Romanen, als reiche der Erzähler bestimmte Details, aus dem Liebesleben des Bodo Morten etwa, nach, andere variieren anhand des Liebesmotivs Protagonisten aus dem Schulz'schen Kosmos. So oder so, formal gehört der Autor zu den Meistern der "epischen Kleinformen" (Novelle, Schnurre, Kalendergeschichte, Feuilleton etc.), inhaltlich stellt der Rezensent beispielsweise in der "Trilogie der Gewalt" eine Neuerung fest, deren "Schärfe und Unterkühltheit im Ton" irritieren.