Enno Kaufhold

Berliner Interieurs 1910-1930

Fotografien von Waldemar Titzenthaler
Cover: Berliner Interieurs 1910-1930
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1999
ISBN 9783875847758
Gebunden, 143 Seiten, 65,45 EUR

Klappentext

Der Band zeigt 100 Innenaufnahmen von Villen und luxuriösen Wohnungen aus dem Berlin der zehner und zwanziger Jahre, die Waldemar Titzenthaler 1912 und 13 für das bei Ullstein herausgegene Gesellschaftsblatt "Die Dame" anfertigte. Titzenthaler fotografierte bei Fritz Lang und Thea von Harbou, Fritzi Massary, Hans Ullstein, Peter Behrens, Asta Nielsen, Henny Porten und anderen Prominenten der Berliner Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.07.2000

Als Anfang des Jahrhunderts der Lifestyle ins Leben gerufen wurde, hatte Berlin die Nase vorn, schickt Stephanie Tasch ihrer Besprechung zweier neu erschienener Fotobände voraus, die einen Querschnitt Berliner Innenlebens im 20. Jahrundert präsentieren.
Enno Kaufhold: Berliner Interieurs 1910 - 1930
Vorneweg in der Propagierung des modernen großstädtischen Lebensgefühls war die Zeitschift "Die Dame", die im Berliner Ullstein Verlag erschien und bereits vor dem Ersten Weltkrieg Fotoreportagen zum Gesellschaftsleben der Stadt brachte, wozu auch die Home Story gehörte, schreibt Tasch, mit der vorbildlich arrangierte Innenräume prominenter Zeitgenossen bedacht wurden. Daß diese keineswegs immer dem neuen Zeitgeist verschrieben waren, bezeugen die Fotografien von Waldemar Titzenthaler, die Tasch wie ein "Bollwerk" gegen die Veränderungen draußen erscheinen. Sie zeigen in statisch wirkenden Aufnahmen, bedingt durch lange Belichtungszeiten, Mobiliar von "festungsähnlichen Ausmaßen" aus den Wohnzimmern des kaiserlichen Berlins. Der Fund aus dem Ullstein Archiv hätte der Rezensentin zufolge eine liebevollere Neuedition verdient.
Susanne von Meiss/ Reto Guntli: Berlin ganz privat
Die üblichen Berliner Promis, meint die Rezensentin, die die Gelegenheit zur Selbstdarstellung nutzen. Ein Blick "wie ins Branchenbuch". Was die Aufnahmen festhalten, findet Stephanie Tasch ziemlich langweilig: gewohnt wird im gediegenen Stil der späten 70er und 80er Jahre, mit Edeltrödel oder schönen bunten Möbeln, eher konservativ (und eher geschmacklos?), eben typisch Westberlin. Immerhin gebe sich der Band offenherzig und verfüge über einen beträchtlichen Adreßteil im Anhang, wo wer wie wohnt und tut und macht.