Emma Pattee

Auf der Kippe

Roman
Cover: Auf der Kippe
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492073363
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs. Als die Erde bebt, steht Annie hochschwanger im Ikea. Eben noch wollte sie endlich ein Babybett kaufen und rang mit der aggressiv-freundlichen Lagermitarbeiterin. Jetzt muss sie sich unter Möbelpaketen hervorkämpfen, muss zurück ins Zentrum von Portland, um dort ihren Freund Dom zu finden, den sie in größeren Schwierigkeiten wähnt. Durstig und am Ende ihrer Kräfte denkt Annie auf dem Weg an ihre Mutter, die sie als eine der Ersten an das Virus verlor. Was hat Annie selbst aufgegeben, um zu der Frau zu werden, die sie heute ist? Und wie kann sie nun Mutter werden, in dieser verheerten Welt?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 01.08.2025

Die Klimajournalistin Emma Pattee hat einen beeindruckend realistischen apokalyptischen Roman geschrieben, der Rezensentin Victoria Porcu mitzieht und berührt. Die Heldin in "Auf der Kippe" ist gleich zwei erschütternden Naturgewalten ausgesetzt: Einem Erdbeben, das sich ziemlich genau so wie hier beschrieben in den nächsten 50 Jahren ereignen könnte, und ihrer Schwangerschaft. Die Parallelen sind offenkundig: beides sind Ausnahmesituationen, auf die man sich nur wenig vorbereiten kann und die für die Protagonistin alles auf den Kopf stellen. Gerade darin aber liegt für die junge, gescheiterte Künstlerin auch eine Chance, lesen wir, die Chance für einen Neuanfang. Weshalb ein solcher Neuanfang nötig ist, wird in leider teilweise etwas zu ausführlichen Rückblenden erzählt. Die Stärke dieses Romans liegt für Porcu eindeutig in den sehr glaubwürdigen Schilderungen der Geschehnisse und Gedanken der Protagonistin in den 24 Stunden nach dem Erdbeben, während ihres Überlebenskampfes. Dass sie dabei immer wieder Hilfe bekommt von Verbündeten, ist ungewöhnlich für das Genre, in dem es üblicherweise heißt: Jeder gegen jeden. Somit setzt die Autorin hier dem konventionellen "männlichen Ego-Trip" eine "weibliche Alternative" entgegen, lobt die Rezensentin.