Eine Hörspielproduktion des WDR von 1978. In ihrem bekanntesten Drama portraitiert Else Lasker-Schüler die Heimat ihrer Jugend. Mit scheinbar prosaischen Dialogen webt sie einen Teppich von atmosphärischer Dichte und schafft so ein Stimmungsbild aus dem Wuppertal zu Beginn des Industriezeitalters: Die Armut der Färber und Industriearbeiter wird mit dem verfallenden Wohlstand einer Fabrikantenfamilie verknüpft. Die einfache Alltagssprache verströmt endlose Magie. Mit Brigitte Horney, Irmgard Först, Angelika Thomas, Gustl Halenke, Harald Leipnitz, Hans Clarin, Fred Maire, Christian Brückner u.a.
Obwohl Rezensent Wilhelm Trapp die Wiederveröffentlichung dieses Hörspiels als Hörbuch prinzipiell begrüßt, und auch Else Lasker-Schülers "Gesellschaftstableau in Wopperdaler Platt" selbst als höchst ungewöhnliches Stück deutscher Dramatik beschreibt, scheint doch der Zeitgeist der 70er Jahre etwas beschwerend an der Aura dieses Hörstücks zu kleben, weshalb die Lasker-Schüler'sche Prosa hier wohl nur teilweise adäquat zur zeitgemäßen Geltung kommt. Nichtsdestotrotz freut sich der Rezensent über die Wiederbegegnung mit ein paar bedeutenden Schauspielern, die auch den inzwischen ausgestorbenen Ton der "kleinen Leuten" in seiner "hilflosen Gemeinheit" noch gekannt hätten und deshalb gut herstellen könnten.
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