Das Ende der Sowjetunion hat die Logik der sozialen Situation, in der Menschen in Alltag und in der Öffentlichkeit handeln, weltweit grundlegend geändert. Die USA sind als Sieger im Systemwettbewerb nicht mehr durch eine andere Macht mit globaler Reichweite eingeschränkt. Ihre Wirtschaftsdoktrin, der "Washington-Consensus", wird seither weltweit durchgesetzt. Ihre mediale Hegemonie liefert dazu via CNN und MTV, über Hollywood und Coca Cola die alltägliche Begleitmusik.
Ein Wirtschaftsbuch, das "erheblich lesbarer" ist als die meisten anderen: ein relativierendes Urteil, das Claus Noé da abgibt und doch als Empfehlung gemeint ist. Der Autor analysiert, wie Noé meint, den ökonomischen "mainstream", der von den USA ausgeht und sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion freie Bahn geschaffen hat. Inwieweit diese Regeln einer ökonomischen Globalisierung à la americaine für die europäischen Staaten ohne größere Verluste - vor allem im soziokulturellen Bereich - überhaupt passend oder passend zu machen sind, bezweifelt der Autor und begründet diese Zweifel laut Noé sehr überzeugend. Was ihm auch gefallen hat, ist die pragmatische Herangehensweise des Autors, der nicht nur analysiere, sondern Vorschläge für einen Post-Washington-Consensus, d.h. ein abgewandeltes Agreement zwischen den USA und den führenden europäischen Wirtschaftsmächten, mache.
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