Dorothee Meyer-Kahrweg

Chronik des Jahrhunderts

1900 - 2000. 15 CDs
Cover: Chronik des Jahrhunderts
DHV - Der Hörverlag, München 2004
ISBN 9783899404586
CD, 69,95 EUR

Klappentext

15 CDs, ca. 1.100 Minuten. Mit Original-Dokumenten von Wilhelm II., Romy Schneider, John F. Kennedy, Rudi Dutschke, Willy Brandt und vielen anderen. Gesprochen von Birgitta Assheuer und Peter Heusch. Von Enrico Caruso, der 1908 sein "La Donna e mobile" schmetterte, bis zur letzten Tagesschau-Sendung von Dagmar Berghoff am 31. Dezember 1999 reicht die Jahrhundert-Chronik der Tondokumente. In einer einzigartigen Recherchearbeit hat Dorothee Meyer-Kahrweg Originaltöne aus Politik, Kultur und Gesellschaft zusammengetragen und - mit präzisen Zwischentexten versehen - zusammengestellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2005

Christiane Zintzen zeigt sich von diesen fünfzehn CDs, die in einer Collage aus Fakten und originalen Tondokumenten das 20. Jahrhundert Revue passieren lassen, ziemlich beeindruckt und sie glaubt, dass darin "Gefühle aufgerührt" werden. Zwar könne man sich durchaus an dem sich abwechselnden, "stereotypen Gegenschnitt" von Katastrophen und Heiterem stören, mit der Meyer-Kahrweg die Meilensteine des Jahrhunderts einfängt, und die Originaltöne würden mitunter viel zu kurz eingespielt, merkt die Rezensentin kritisch an. Doch betont Zintzen, dass mit dieser Chronik "akustische Herzlande berührt" werden, weil die Zuhörer manches aus ihrem eigenen Erleben wiedererkennen werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2005

Rezensent Tobias Lehmkuhl fragt sich, was eigentlich der Gewinn historischer Tondokumente sein soll. Muss man wirklich wissen, wie die Stimme von Thomas Mann, wie die von Adenauer klang? Dorothee Meyer-Kahrwegs Sammlung "Chronik des Jahrhunderts" hat ihn da keineswegs überzeugt. Kein Panorama des 20. Jahrhunderts werde dargeboten, sondern ein ziemlich beliebiges Potpourri, dem eine Linie fehle: "Viagra und Bill Clinton, Manfred Stolpe und 'Pathfinder', da kommt zusammen, was nicht zusammen gehört", mosert Lehmkuhl. Und findet die 1100 Minuten Hörerlebnis nicht nur anstrengend, sondern auch oberflächlich. Mehr als Klanghäppchen böten die Hörbücher nicht, weshalb man sich den akustischen Gedächtnisspeicher besser für andere Dinge aufsparen sollte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.12.2004

Eine Fundgrube, ein Lehrstück über das deutsche Wesen zwischen Höchst- und Tiefstkultur, nichts Geringeres ist diese "Chronik des Jahrhunderts" auf 15 CDs, freut sich Konrad Heidkamp. Der Rundfunkjournalistin Dorothee Meyer-Kahrweg sei es zu verdanken, dass Geschichte "hörbar und fassbar" wird. Denn ihr gelingt es, unzählige historische Tondokumente so zu präsentieren, dass weder ein Kaleidoskop-Effekt entsteht, der Geschichte als Wundertüte erscheinen lässt, noch "der erhobene Zeigefinger sich lähmend auf die Lücken zwischen den Tondokumenten senkt", lobt der Kritiker. Ein hinreichendes Minimum an Fakten werde von zwei "angenehm zurückgenommenen Sprechern", Birgitta Assheuer und Peter Heusch, beigesteuert, ansonsten besorge lediglich der Schnitt Wertung und Kommentar. Auf den Hinweis, dass Franz-Josef Strauß nach der Spiegel-Affäre auf die politische Bühne zurückkehren wird, folge etwa Caterina Valentes Lied "Sag mir quando, sag mir wann". So wird deutsche Geschichte zur Radiogeschichte, meint ein beschwingter Konrad Heidkamp.
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