Doron Rabinovici

Die Außerirdischen

Roman
Cover: Die Außerirdischen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518427613
Gebunden, 255 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Erschreckend die Nachricht, die eines Morgens von sämtlichen Sendern gemeldet wird: Eine extraterrestrische Macht hat über Nacht die Erde erobert. Sol, Mitbegründer eines Online-Magazins, ist sofort von der Wahrheit der Meldung überzeugt, seine Frau Astrid ist skeptisch. Nach der ersten allgemeinen Panik sickern Neuigkeiten durch: Die Außerirdischen sind sanftmütig; sie meiden scheu jeden Kontakt; sie bringen Aufschwung und Frieden. Da ist nur ein kleiner Haken - sie bitten um Menschenopfer auf freiwilliger Basis. Überall werden Spiele ausgerichtet, um die Auserwählten zu bestimmen. Wer mitmacht, dem winken enorme finanzielle Vorteile. Sols Online-Magazin ist mit einer rasch etablierten Talkshow dicht dran an den Ereignissen. Als sich aber Sols junger Nachbar Elliot als Kandidat für die Spiele meldet, stellt das Sol und Astrid auf die Probe. Und die Fragen werden drängend: Wer ist mitschuldig, wer profitiert, wer begehrt auf?


Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2017

Rezensent Thomas Thiel hält Doron Rabinovicis Roman für allzu sensationslüstern. Dass Außerirdische auf die Erde kommen, um das Böse in uns hervorzukehren, wie es Rabinovici ersinnt, ist doch gar nicht nötig, meint er. Böse sind wir auch so. Die damit verbundenen moralischen Fragen (darf man Menschenfleisch essen?) werden im Buch so grell satirisch diskutiert, dass der Autor und Thiel darüber oft den Faden verlieren. Bei allem Witz und aller Schlagfertigkeit, etwas mehr Psychologie und Atmosphäre und etwas weniger Voraussehbarkeit hätten dem Buch gut getan, findet Thiel.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2017

Paul Jandl kommt aus dem Nicken gar nicht heraus beim Lesen von Doron Rabinovicis neuem Roman. Die real existierende Apokalypse der Gegenwart schildert ihm der Autor so wahr wie ungebremst fantasierend und in greller Überzeichnung. Dass in Rabinovicis politischer Allegorie alle erdenklichen Themen Platz finden, von Chemtrails bis Holocaust, von Popstars bis Gameshows, scheint Jandl mitunter zu überfordern, zumal der Autor moralisch immer zu wissen scheint, wo es langgeht. Die Katastrophendichte im zweiten Teil des Textes  findet Jandl allerdings beachtlich. Wenn der Autor Aliens herabsteigen und sämtliche Ressentiments Europas ins Monströse aufbläht, ahnt der Rezensent: Einen Rabinovici braucht die Welt von Zeit zu Zeit.
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