Die österreichische Literatur seit 1945

Eine Annäherung in Bildern
Cover: Die österreichische Literatur seit 1945
Reclam Verlag, Stuttgart 2000
ISBN 9783150104736
Gebunden, 360 Seiten, 45,50 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Volker Kaukoreit und Kristina Pfoser. Über 800 Abbildungen zeigen österreichische Autorinnen und Autoren seit 1945: bei Lesungen, Diskussionen, Preisverleihungen, Kollegengesprächen oder im privaten Rahmen (vom heimischen Sofa bis auf den Gipfel des Ortler). Die Herausgeber haben vielfach unbekanntes Fotomaterial ans Licht gehoben ? zum Teil bei den Autoren selbst und in selten genutzten Spezialarchiven ?, Stars der Fotografenszene zur Beteiligung gewonnen und Abbildungen von Buchtiteln, Handschriften, Plakaten, Theaterfotos und Pressematerial ergänzt. Eine chronologische Anordnung, einleitende Texte zu bestimmten Zeitabschnitten, zur regionalen Entwicklung des Literaturbetriebs, zu wichtigen Zentren (z.B. der Wiener Gruppe, dem Graszer Forum Stadtpark, dem Ingeborg-Bachmann-Preis) und ausführliche Kommentare zu allen Bildern machen die Geschichte der österreichischen Literatur seit 1945 nachvollziehbar. Bio-Bibliographien aller abgebildeten Autoren bieten ein "Who is who" zum Thema.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.12.2000

Eva Schobel hat Freude an diesem Bildband, der österreichische Literaten der Nachkriegszeit porträtiert und dokumentiert, vor allem an der Vielfalt, die hier zum Ausdruck kommt. Dabei werden die wesentlichen Epochen und Protagonisten nach ihrer Schilderung in "inhaltlich und atmosphärisch" stimmigen Kapiteln zusammengefasst, "das Kompositionsprinzip ist assoziativer und nicht illustrativer Natur". Erwähnenswert findet sie dabei die Kapitelüberschriften, die sich an Titel von Autoren anlehnen. Zum Ende ihrer Besprechung rügt Schobel noch die Rezeptionsweise der österreichische Literatur im deutschen Feuilleton. Für Zwischentöne und Widersprüchlichkeiten ist ihrer Meinung nach derzeit wenig Platz, deswegen wurde dieser Band kaum rezensiert: "Die Zeiten waren schon empfänglicher für die Wahrnehmung ihrer Vielfalt". Ein Blick in den Perlentaucher hätte sie eines anderen belehrt!
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2000

Christiane Zintzen begrüßt in ihrer eingehenden Kritik diesen voluminösen Fotoband, der österreichische Autoren und Autorinnen der Nachkriegszeit porträtiert, auch wenn sie sich wundert, dass der Titel des Buches eine "Annäherung" an die Literatur verspricht und dann doch nur Bilder ihrer "Produzenten" bietet. Sie sieht gleichermaßen das Interesse an der mythischen Figur des Dichters und seiner kreativen Kräfte wie auch das "perverse Prinzip" der Neugierde mit diesen Photos befriedigt. Hier kommen die "höchsten wie die niedrigsten Wissbegierden und Schaulüste" zu ihrem Recht, so die Rezensentin anerkennend, und sie nimmt nicht nur die Veränderung einzelner Schriftstellerphysiognomien, sondern auch den Wandel der Stile und Moden, der sich in den Photos manifestiert mit Interesse zur Kenntnis. Zintzen lobt die große Bandbreite der Darstellungen, die sowohl die problematische Kontinuität im Schaffen von Autoren, die bereits vor 1945 hervorgetreten waren, widerspiegelt, als auch Exilschriftsteller zeigt. Sie sieht die einzelnen Regionen Österreichs ausgeglichen repräsentiert und den Wandel skizziert, der sich in der öffentlichen Anerkennung bestimmter Literaturströmungen zeige. Manche Bilder, preist die Rezensentin gar, weisen weit über die reine Abbildung hinaus und gewinnen symbolische Aussagekraft.
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