Klappentext
Inmitten der chaotischen Zustände der Fluchtbewegung 2015 arbeitet Benjamin Weiß als Jurist in einer Beratungsstelle für Geflüchtete. Als er den Fall eines Syrers übernimmt, dem Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, gerät er in ein moralisches Dilemma: Soll er belastende Wahrheiten verschweigen oder offenlegen? Zeitgleich zieht seine deutsche Großmutter gesundheitsbedingt nach Wien. Mit ihr kehrt auch die verdrängte NS-Vergangenheit seiner eigenen Familie zurück.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.03.2026
Der Protagonist Benjamin Weiß hat mit seinem Autor gemeinsam, dass beide Asylrechtsanwälte sind, weiß Rezensentin Liane von Billerbeck. Im Roman ist es der Sommer 2015, Weiß will dem Dolmetscher Adnan helfen, möglicherweise ist der aber zuvor straffällig geworden. Es gibt eine zweite Handlungsebene, in der der Anwalt im Nachlass seines Großvaters entdeckt, dass dieser im Zweiten Weltkrieg an Massakern beteiligt war, die an Babyn Jar erinnern. Adnans Verbrechen scheinen eher durch als dass sie wirklich erzählt werden, aber Zipfel evoziert das Grauen mit eindrucksvollen Bildern, so die Rezensentin. Sie lobt, wie der Autor es schafft, die Verbrechen "nicht gegeneinander aufzuwiegen" und die Zerrissenheit seiner Hauptfigur zu demonstrieren angesichts des moralischen Zwiespalts.
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