Daniel Mezger

Bevor ich alt werde

Roman
Cover: Bevor ich alt werde
Atlantik Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783715250465
Gebunden, 336 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

"Die Frage war nicht, ob, die Frage war, wann man diese Stadt verlässt. Hanover, Ontario." Charlotte, genannt Charlie, ist das Mädchen an der Gitarre. Mit den Jungs ihrer Band hofft sie auf den Durchbruch. Zu Hause hat sich ihre Mutter schon lange einer Diagnose ergeben, eine heimtückische Erbkrankheit, die mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit auch in Charlotte schlummert. Doch das Versprechen der Jugend ist riesig, und Charlotte will ein freies Leben. Sie nimmt ihre erste Platte auf, es warten Toronto, Detroit, Berlin. Hanover hat sie längst hinter sich gelassen - aber die mögliche Krankheit rückt näher. Spätestens als sie Jason trifft und irgendwann ein Kinderwunsch im Raum steht, muss sie sich der Frage stellen, ob sie sich testen lassen soll. Ob sie wissen will, was ihr Leben für immer bestimmen könnte. Altwerden könnte bei ihr früh beginnen. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2025

Die Rezensentin Sieglinde Geisel lobt Mezgers Roman als energiegeladenen Text, der einen scheinbar "schmissigen Coming-of-Age-Roman" früh unterläuft, sobald die erbliche "Jacksonsche Krankheit" ins Spiel kommt, die seit mehreren Generationen die Frauen von Charlottes Familie heimsucht. Die Chance, das Protagonistin Charlotte selbst krank wird, liegen bei fünfzig Prozent, lesen wir, und so hängt dieses "Damoklesschwert" über ihrem Leben, und wird mit zunehmendem Alter immer bedrohlicher. Für Geisel überzeugt das Buch vor allem durch seinen "wuchernden, sprachlich vibrierenden" Stil, die präzise eingesetzten Floskeln mit Bindestrich ("So-ist-es-nun-mal-und-man-kann-es-auch-nicht-mehr-ändern-Gesicht") und das raffinierte Erzählen, das zwar personal bleibt, aber oft wie eine Ich-Perspektive wirkt. Charlottes Lebensstationen, Bandtouren, Liebschaften, dienen nur als Oberfläche eines Romans über Vererbung, Angst und Selbstbestimmung. Dass daraus kein Thesenroman wird, schreibt die Kritikerin der "unsichtbaren auktorialen Erzählinstanz" zu, die Wissen einführt, ohne je belehrend zu klingen - außerdem ist das Buch trotz des düsteren Themas tatsächlich stellenweise richtig witzig, versichert die Kritikerin abschließend.