Christine Falkenland

Mein Schatten

Roman
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2000
ISBN 9783312002634
gebunden, 157 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Hedwig M. Binder.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000

Wenn ihr gezeichneter Körper einer Frau zum größten Lebensproblem wird, kann sie dann "in einer Welt animalischer, ungebrochener Körperlichkeit" leben? Dieses Rätsel gibt Klaus Böldls Besprechung des Romans der jungen schwedischen Autorin auf. Oder ist es die Autorin, die das Rätsel aufgibt? Durch einen Sturz als Fünfzehnjährige ist Rakel mit einer Narbe an der Stirn und durch ihr Hinken zu einem Schattendasein verdammt. Der Heringshändler, dessen zweite Frau sie wird, lebt behäbig und bieder in beständiger Erinnerung an seine erste Frau in seinem Fischerdorf, und mit ihrer Stieftochter Cornelia verbindet sie ein eher problematisches Verhältnis, geprägt von "Zuneigung und Neid". An deren Sohn entlädt sich schließlich nach vielen Jahren ihr lang zurückgehaltenes Unglück in einer "Verzweiflungstat". Gesellschaftliche Konstellation und Sprache dieser auch im Poetischen geschulten Autorin erinnern, so Böldl, an die späten Stücke Ibsens. Der Gefahr sentimentaler Mitleidigkeit mit ihrer Protagonistin entgeht die Autorin, indem sie deren Lebensbeichte in den "unauflöslichen Widersprüchen ihrer Existenz" belässt und nicht etwa aufzulösen versucht. Gehört also ihre Liebe zu diversen Schoß- und Jagdhunden, die für "eine Welt animalischer Körperlichkeit" sorgen, dann zu diesen Widersprüchen dazu? Der letzte Satz der Besprechung, ein Zitat aus dem Roman, verrätselt das Ganze noch mehr: `Lügen sind immer schon mein Atem gewesen`.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2000

So ganz lässt sich aus der Kurzkritik des Rezensenten mit dem Kürzel "c.hr." nicht herauslesen, ob ihm der Roman nun gefallen hat oder ob er darin nur den Versuch des Verlags sieht, ein neues, kommerziell interessantes "Schreibtalent" zu lancieren. Immerhin zeichnet er die Fabel, die auf einer westschwedischen Insel spielt, detailliert nach und scheint an der von einem Unfall gezeichneten Hauptfigur einiges Interesse zu finden. In seiner Handlungs- und Personenführung erinnert ihn der Roman ans 19. Jahrhundert, seine Sprache findet er einfach und effizient, den Plot allerdings etwas unwahrscheinlich. "Da ist ein Potenzial vorhanden, das zu entwickeln sich lohnt."
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