Christian Mähr

Vergessene Erfindungen

Warum fährt die Natronlok nicht mehr?
Cover: Vergessene Erfindungen
DuMont Verlag, Köln 2002
ISBN 9783832178161
Gebunden, 180 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Christian Mähr lädt ein zu einem naturwissenschaftlichen Panoptikum. Er führt durch die Keller und Dachböden der Technikgeschichte, wo längst vergessene Erfindungen schlummern. Wer kennt noch die geniale Honigmannsche Natronlok, die jahrelang lärm- und abgasfrei durch Berlin und Aachen fuhr, ehe sie überraschend ausstarb? Oder den Stirlingmotor und das Ionentriebwerk? Viele dieser nach Science-Fiction klingenden Erfindungen erweisen sich als zu Unrecht verworfen. Christian Mähr macht auf dem Abstellgleis der Erfindungsgeschichte unerhörte Entdeckungen und stellt die zehn spannendsten Ideen vor, die in ihrer Epoche aus technischen Gründen keine Chance hatten oder nicht in die Zeit passten...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.01.2003

Ein durchaus empfehlenswertes Buch ist diese Sammlung von Texten über zehn Erfindungen, die -größtenteils zu Unrecht - in Vergessenheit geraten sind, findet der Rezensent Burkhard Spinnen. Vor allem lesenswert ist das Buch nach Meinung des Rezensenten, weil damit die Annahme hinter unserer Fortschrittsgeschichtsschreibung - diese habe sich nach einem quasi-darwinistischen Prinzip entwickelt - hinterfragt wird. Spinnen kommt durch das Buch zu der Erkenntnis: "Die Technik-Geschichte ist weder eine Geschichte des Immer-Besser, noch lässt sie sich anhalten oder umkehren." Bei seinen Ausführungen geht der Autor Christian Mähr zwar ins Detail, doch man muss nicht technisch vorgebildet sein, um ihm folgen zu können. Und der schönste Nebeneffekt dieser Lektüre ist nach Meinung des Rezensenten, dass man danach mit völlig anderen Augen auf "selbstverständliche Errungenschaften" schaut, und einem plötzlich bewusst wird, dass unsere Welt ganz anders aussehen könnte - wenn nur einige Details anders gelaufen wären.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2003

Viel Schweiß und viel Inspiration bleiben vergebens, weil die Welt nicht braucht, was man ersonnen. Ein wenig Gerechtigkeit lässt nun der österreichische Schriftsteller Christian Mähr dem Vergessenen widerfahren, neun Erfindungen des 19. und des 20. Jahrhunderts, die den Durchbruch nie geschafft haben. Weil sie zu spät kamen - oder, wer weiß, zu früh. Oder weil ihr praktischer Nutzen zu begrenzt war. Vorgestellt werden der "hydraulische Widder" oder der "Flettner-Rotor" in der Schifffahrt, aber auch die von Esperanto, einer bedingt erfolgreichen Erfindung, überflügelte Kunstsprache Volapük. Die Darstellung der unglücklichen Erfindungen ist dem Autor freilich nicht immer gut gelungen, bedauert der Rezensent (Kürzel "jdl."). Ein systematisches Interesse sei ohnehin kaum auszumachen - jedoch scheint auch der Plauderton, den Mähr immer wieder ironisierend anschlägt, dem Lesevergnügen abträglich.

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