Das Weltbild der Betriebswirtschaftslehre - das gilt bedingt in gewissem Maß auch für die Volkswirtschaftslehre - lässt sich in einer Kernaussage zusammenfassen: Gewinnmaximierung. Sie gilt als höchstes Ziel auf Erden, praktisch das gesamte Lehrgebäude baut auf diesem Prinzip auf. Produktionsprozesse, Einkauf, Marketing, Personalwesen, Management, Rechtsform, Investition, Finanzierung, Besteuerung - alle Teilbereiche der Betriebswirtschaftslehre werden dem untergeordnet. Manchmal wird diese axiomatische Grundbedingung subtiler benannt: Economic Value Added (EVA), wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Return on Capital, aber das Ziel ist immer dasselbe: Gewinne bzw. Renditen zu maximieren. Christian Kreiß und Heinz Siebenbrock schildern in "Blenden, Wuchern, Lamentieren", welch gravierende Auswirkungen dieses Prinzip der Gewinnmaximierung auf die verschiedensten Bereiche unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2020
Die BWL muss sich von diesem Buch nicht erschüttern lassen, stellt Rezensent Georg Giersberg fest, aber anregen lassen sollte sie sich. "Wie die Lemminge", meint Giersberg, seien Betriebswirtschaftler der Lehre der Gewinnmaximierung als oberstem Gebot gefolgt, seit Milton Friedman alles wirtschaftliche Streben am Shareholder Value ausgerichtet sehen wollte. Klar, denkt sich Giersberg, Gewinn kann man berechnen, das macht es für die BWLer einfach. Aber er darf nicht das alleinzige Ziel sein, erkennt Giersberg, wichtig seien auch Zukunfstplanung, Investion, das Halten von Fachkräften. Nicht einverstanden ist er mit der radikalen Forderung der Autoren Christian Kreiß und Heinz Siebenstock, auf den Profit gleich ganz verzichten oder gar Werbung zu verbieten. Aber in die BWL wieder aufzunehmen, was "verantwortungsbewusste Manager, ehrbare Kaufleute und anständige Handwerker" schon immer wussten, fände er nicht verkehrt.
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