Christian Esser, Astrid Randerath

Schwarzbuch Deutsche Bahn

Cover: Schwarzbuch Deutsche Bahn
C. Bertelsmann Verlag, München 2010
ISBN 9783570100363
Gebunden, 304 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Karikaturen von Klaus Stuttmann. Im Frühjahr 2009 übernimmt Rüdiger Grube als neuer Bahnchef ein Unternehmen im Chaos: ein beispielloser Spitzelskandal, brechende Zug-Achsen, ein gescheiterter Börsengang. Die Bahn ist zum Global Player geworden - auf Kosten der Bahnkunden und der Mitarbeiter. 5000 Gleiskilometer wurden in zehn Jahren stillgelegt, hunderte Bahnhöfe dichtgemacht. Und das bei steigenden Preisen und miesem Service. Gleichzeitig wurden zehntausende Jobs vernichtet. Auf Basis intensiver Recherchen, interner Dokumente und vieler Gespräche mit Mitarbeitern und Managern entlarven die beiden Journalisten das System Deutsche Bahn.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2010

Für die nächste Zugverspätung der Deutschen Bahn hat Dorion Weickmann das passende Buch im Gepäck. Allerdings warnt sie uns auch: Der Band könnte den Blutdruck weiter ansteigen lassen. Für Weickmann liegt das daran, dass die beiden Autoren Christian Esser und Astrid Randerarth kronzeugengestützt das Chaos der Mehdorn-Ära nachzeichnen, von A wie Achsbruch bis Z wie Zugausfälle eben, und dies so straff wie weitgehend treffsicher in der Argumentation. Auch wenn die hier dargelegten Fakten des Missmanagements nicht nur Bahnfahrenden bekannt sind, wie Weickmann erläutert, die Frage, warum wir das alles mitmachen, treibt die Rezensentin jedenfalls spätestens jetzt um.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.02.2010

Höchst lesenwert findet Richard Rother diese dreihundertseitige faktenreiche und flüssig geschriebene Publikation, die aus seiner Sicht die Zeitungslektüre zum Thema im Wesentlichen überflüssig macht. Und jede Menge Material liefert, um sich kompetent an Debatten um den Börsengang der Bahn zu beteiligen. Das Journalisten-Duo fasse in diesem Schwarzbuch die Skandale der letzten Jahre wohlrecherchiert zusammen und zeichne dabei das Bild eines staatseigenen Konzerns, der sich lieber in der "Weltgeschichte" herumtreibe, statt um das Naheliegende sich zu kümmern. Zu den Stärken des Buchs zählt der Kritiker besonders die Tatsache, dass es auch Mitarbeiter der Bahn (wenn auch anonymisiert) zu Wort kommen lässt, vom Lokführer bis zum Undercover-Kontrolleur. Dabei falle die Kritik der Autoren niemals moralinsauer aus. Alles in allem scheint das dargebotene Bahn-Szenario einigermaßen erschütternd zu sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.02.2010

Zu lesen beim Warten auf den verspäteten Zug. So lautet Hans-Jürgen Linkes bitterböse Empfehlung an uns. Denn das von Christian Esser und Astrid Randerath besorgte Schwarzbuch Deutsche Bahn ist wirklich zappendüster. Gerade weil die Autoren kein Bahn-Bashing betreiben, sondern grundsätzliche Fragen stellen und gut recherchierte, klare und detailreiche Antworten finden, erscheint Linke das Buch so alarmierend. Präsentiert werden dem kopfschüttelnden Rezensenten haarsträubende Sicherheits- und Servicedefizite, betriebsinterne Handlungsstrategien (Stichwort: Gewinnmaximierung) und Details aus der Investitionspolitik. Für Linke ergibt sich ein deutliches Fazit: Der Zug ist abgefahren, die Chance, zentrale Maßgaben für ein verlässliches Transportunternehmen zu entwickeln, ist verspielt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2010

In einer etwas gefühligen Besprechung widmet sich Rezensent Ernst Horst diesem Schwarzbuch zur Deutschen Bahn, das er irgendwie nicht richtig findet. Statt der beiden Fernsehjournalisten Christian Esser und Astrid Randerath hätte er sich zum Beispiel lieber einen investigativen Printjournalisten als Autor gewünscht. Dass Hartmut Mehdorn als Buhmann in dem Buch fungiert, kommt ihm zu kurz gegriffen vor, er ahnt, dass der angestrebte Börsengang der Bahn und ihre Strategie der Profitmaximierung auch mit Politik zu tun hat, und eigentlich mochte er Mehdorn und dessen "ehrlich-arrogante Art". Ob die in dem Buch präsentierten Fakten stimmen, weiß der Rezensent nicht, er begnügt sich mit der Vermutung, dass der Verlag das Buch von Juristen hat überprüfen lassen. Außerdem vermisst Horst das Positive - manche Firmen sind schließlich noch schlimmer -, und vieles hält er für Ansichtssache. Schließlich "empfindet" er viele Vorwürfe, die er aber auch nicht genauer benennt, als nicht bahnspezifisch.
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