Aus dem Portugiesischen von Claudia Stein. Mit zweifarbigen Bildern des Illustrators Jorge António Goncalves. Ab 12 Jahre. Wie "Tschick" und "Räuberhände" und doch ganz anders …Wenn man fünfzehn ist, sind sieben Jahre fast das halbe Leben. So lange ist es her, dass Bolotas Kindheit jäh endete. Dass in jenem Sommer alles außer Kontrolle geriet, warum und wie genau das passierte, weiß Bolota mit Sicherheit jedoch nicht. Ihre Erinnerungen sind Bruchstücke. Da war die Autofahrt mit ihrem Vater zum Haus der Großeltern. Die Rückfahrt durch den Wald. Das Feuer, das immer näher kam. Der Vater, der Hilferufe hörte und in die Flammen lief. Und da war plötzlich ihr Hund, der aus dem Nichts neben dem Wagen auftauchte und ihr beistand - ihr Bruder Wolf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2016
Dieser Jugendroman ist ein "literarisches Ereignis", jubelt Christine Knödler, die bei der portugiesischen Journalistin und Autorin Carla Cristina Maia del Ameida lernt, wie man dem Erzählen "neue Seiten abgewinnt". Sie begleitet hier Almeidas kleine Heldin Bolota vom achten bis zum fünfzehnten Lebensjahr, erlebt den sozialen Abstieg der Familie durch Arbeitslosigkeit, Armut, Trennung und begibt sich mit deren Vater auf eine traurige Reise durch Portugal. Das Besondere dabei ist, wie die Autorin Bolota nicht nur mit einer genauen und einfühlenden Beobachtungsgabe, auch für feine Stimmungen und unsichtbare Momente, ausstattet, sondern auch durch zahlreiche Analogien, Assoziation und eine ganz eigene Sprache Wirklichkeit in Fantasie verwandelt. Auch mit der deutschen Übersetzung und den Illustrationen ist Knödler sehr glücklich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2016
Fridtjof Küchemann empfiehlt Carla Maia de Almeidas Kinderroman über die Grenzen elterlicher Zuverlässigkeit und über elterliche Überforderung als unfassbare Tatsache im Leben eines Kindes wegen seiner in Rückblenden offenbarten Vorgeschichte, seiner klugen Fragen (Was geschieht, wenn eine Familie unter Druck gerät und kindliches Vertrauen schwindet?) und seiner aktuellen Thematik (es geht auch um Portugal in der Wirtschaftskrise). Als Roadtrip angelegt, verfasst in der Form des kindlichen Berichts mit starken Bildern und Worten und ohne einfache Deutungen, überzeugt der Text den Rezensenten.
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