Carl Nixon

Die Waters

Roman
Cover: Die Waters
CulturBooks, Hamburg 2026
ISBN 9783959882514
Gebunden, 296 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jan Karsten. Eine Familie. Vier Jahrzehnte. Und die Folgen einer Entscheidung. 1979 verkauft Pat Waters das Land, das seit Generationen den Waters gehört, und investiert den Erlös in ein Bauprojekt an der Küste von Christchurch. Das Vorhaben scheitert, und die Familie zerbricht. Was damals geschieht, prägt das Leben seiner Kinder über Jahrzehnte. Mark wird hart und verschlossen. Davey, schön und rastlos, treibt von Beziehung zu Beziehung. Samantha versucht zu verstehen, wie tief die Vergangenheit in ihrem eigenen Leben weiterwirkt. Aus wechselnden Perspektiven erzählt Carl Nixon davon, was Eltern ihren Kindern hinterlassen. Ein Roman über Familie und Herkunft, Schuld und Loyalität, Aufstiegswünsche und gescheiterte Pläne.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.10.2026

Eine kleine Herausforderung ist die Lektüre von Carl Nixons "Die Waters", aber eine, die sich auszahlt, findet Rezensentin Sylvia Staude. Seit 1979 erzählt der neuseeländische Autor schon von oder um oder über dieselbe Familie: alkoholsüchtiger und gewalttätiger Vater; eine Mutter, die Suizid begeht, als ihr ältester Sohn 13 Jahre alt ist; besagter Sohn Mark ist der Pragmatiker der Familie, dann gibt es noch seinen jüngeren Bruder Davey und die kleine Schwester Samantha. Das sind "Die Waters". Leicht im Leben hat es keiner von ihnen, lesen wir. Wie sie sich mehr oder weniger erfolgreich durchschlagen, an ihren Traumata leiden, versuchen Beziehungen einzugehen, daran immer wieder scheitern - davon erzählt Nixon auf nüchterne und dennoch feinfühlige Weise in 21 Kapiteln oder Erzählungen, die teilweise bereits in Magazinen oder im Radio publiziert wurden, lobt Staude. In "Die Waters" setze Nixon sie nun sorgsam und geschickt zu einem komplexen Familienporträt zusammen. Gefordert sind Leserinnen und Leser hier laut Kritikerin, weil Nixon dabei Lücken lässt und Grauzonen, vor allem aber, weil er oftmals "über Bande" erzählt. Was wir über Davey wissen, erfahren wir beispielsweise aus einem Telefonat seiner Exfreundin mit ihrer Mutter, so Staude. Wer sich auf diese Puzzle-Arbeit einlässt, wird jedoch belohnt, versrpicht sie.