Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2004
Für Dirk Schümer stellt sich der Roman des schwedischen Autors Carl-Henning Wijkmark als "eigentümliche Mischung aus gleichzeitiger Historien- und Zukunftsphilippika" dar und so ganz überzeugt ist er von dem Ergebnis nicht. Geschildert wird die Rückkehr des schwedischstämmigen Kanadiers Leo Kyllen ins Schweden von 2009, wo er nach seiner ihm unbekannten Mutter und damit nach seiner "Identität sucht", fasst der Rezensent zusammen. Dabei hat dieses Schweden der nächsten Zukunft nichts mehr mit dem "sozialdemokratischen Volksheim" unserer Tage zu tun, sondern zeigt sich als politisch, sozial und ökologisch vollkommen zerrüttetes Land, erklärt der Rezensent. Bei ihm evoziert das Buch viele Vergleiche, von den endzeitlichen Kulissen eines Tarkowski bis zu einem "Touch Strindberg". Allerdings findet er die "Geheimdienstintrige aus der Nazi-Zeit", die sich in dem Roman nach und nach entrollt, ziemlich verwirrend. Außerdem ist für seinen Geschmack die "kollektive wie individuelle Katastrophendosis" doch etwas heftig und Schümer hätte sich gewünscht, der Autor hätte sich zwischen Historien- und Science-Fiction-Roman klarer entschieden. Vielleicht wäre es überhaupt "besser" gewesen, Wijkmark hätte aus diesem Buch zwei Romane gemacht, denn die "Gesellschaftskritik", die so vielleicht etwas untergeht, findet der Rezensent "durchaus bedenkenswert".
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