Butis Butis (Hg.)

Stehende Gewässer

Medien der Stagnation
Diaphanes Verlag, Zürich - Berlin 2007
ISBN 9783037340141
Loseblatt-Sammlung, 320 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Seit dem Aufkommen des Fortschrittsgedankens gilt Bewegung als positiver Wert. Stagnation, egal ob in technischer, politischer oder ökonomischer Hinsicht, wird in der Dynamik des Industriezeitalters zu einem Übel an sich, einer Vorform des Verfalls. Paradoxerweise aber kommen weder Wissenschaften noch gesellschaftliche Prozesse, weder Maschinen noch technische Medien ohne inhärente Momente des Stillstellens, Sperrens oder Festschreibens aus. Bestimmte Dynamiken sind nur möglich durch ein zuvor erfolgtes Anhalten und Herstellen von Beobachtbarkeit. In der Gewässerkunde nennt man eingelagerte Zonen des Stillstands innerhalb eines Flusses Kehrwasser. Sie gelten als besonders fischhaltig. Der Untersuchung dieser ertragreichen stehenden Gewässer des Stockenden und Stillgestellten, der Staubecken und Altwasser, widmet sich vorliegender Band. Er versammelt Essays aus Medien-, Kunst- und Literaturwissenschaft, Philosophie und Limnologie, rhythmisiert durch künstlerische Arbeiten und kleinere Textformen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.02.2008

Von wegen "alles fließt". Jean-Michel Berg weiß es besser, seit er diesen von Butis Butis herausgegebenen Sammelband gelesen hat. Als Teil einer Metapherologie "im Sinne Hans Blumenbergs" sieht er die Gesamtheit der Beiträge zur Aufwertung der Denkfigur des "stehenden Gewässers". Ob der erkenntnistheoretische Aspekt eines "verstehenden Gewässers" herausgearbeitet oder eine "Ikonographie des Todes in der Badewanne" (Barschel) geschrieben wird - Berg erscheint es allemal aufschlussreich.
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