Südafrika ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Konzerne sich durch Menschenrechte nicht einschränken lassen wollen. Dass jetzt Klage gegen die Kollaborateure - u.a. aus der deutschen Wirtschaft - mit dem Apartheidregime eingereicht wurde, aktualisiert die Diskussion um das Gebaren der Global Players auch in der Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.12.2003
Anlässlich der Debatte um Entschädigungszahlungen an Apartheidopfer durch deutsche Firmen, die während der Apartheid Geschäfte mit dem südafrikanischen Regime gemacht haben, legen Birgit Morgenrath und Gottfried Wellmer dieses Buch über deutsche Unternehmen und ihre Geschäftsgebaren vor, das Anke Schwarzer gelesen hat. Die Rezensentin findet in dieser Studie überzeugend nachgewiesen, in welchem enormen Umfang deutsche Firmen von den verbrecherischen Bedingungen der Apartheid profitiert haben. Aber das Buch ist nicht nur eine Untersuchung der Geschäftemacherei deutscher Firmen, sondern daneben wird die "Geschichte der Apartheid" bis zu ihrem Ende nachgezeichnet, lobt die Rezensentin. Dabei würden die Zusammenhänge auch für mit dem Thema nicht vertraute verständlich und "anschaulich" dargestellt. Was Schwarzer allerdings stört, ist die fehlende "klare Systematik" des Buches, das Unrecht nicht deutlich von "schnöder kapitalistischer Wirtschaftsweise" trennt und "Folter" gleichberechtigt neben "Lohndrückerei" stellt.
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