Nach vielen vergeblichen Versuchen, ein leibliches Kind zu bekommen, steht für Bettina Schulz fest, dass sie nur ein Kind aus Indien adoptieren wird, wenn dies in seiner Heimat keine Eltern findet. Sie reist selbst in das Land und damit in eine Welt voller Mystik und Farbenpracht. Doch sie muss auch erkennen, dass vor allem in Bombay die Armut sowohl auf den Straßen als auch in den Kinderheimen allgegenwärtig ist. Wird sie ein Kind finden? Darf sie es aus seinem Kulturkreis herausreißen? Wie entscheidet sie in diesem Gewissenskonflikt? Unermüdlich fährt Bettina Schulz wochenlang von Heim zu Heim, von Stadt zu Stadt, bis ihr endlich die einjährige Indira anvertraut wird. Aber das ist erst der Anfang einer langen Odyssee, die mit der Ausreise von Mutter und Tochter enden wird ?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.04.2004
Die Rezensentin Anja-Rosa Thöming findet Gefallen an dieser Adoptionsgeschichte, die erzählt, wie eine vom Erfolg verwöhnte Deutsche ein indisches Waisenkind adoptierte. Ihr ist die Einstellung der Autorin Bettina Schulz sympathisch, die sich nicht nur "egoistisch ihren Herzenswunsch erfüllen" will, sondern dem kleinen Mädchen gegenüber eine "faire" Position einnimmt. Schulz blieben unangenehme Erfahrungen - gerade nach der Rückkehr nach Deutschland - nicht erspart, referiert die Rezensentin: zum Beispiel mit dem subtilen Rassismus, der ihr sogar von Seiten des Kinderarztes entgegengebracht wurde. Besonders interessant findet Thöming die Passagen aus Bombay, in denen sich Schulz in indischen Waisenheimen auf die Suche nach einem Kind macht und versucht, sich in das Milieu einzufühlen.
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