Bethan Roberts

Der Liebhaber meines Mannes

Roman
Cover: Der Liebhaber meines Mannes
Antje Kunstmann Verlag, München 2013
ISBN 9783888978166
Gebunden, 400 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Übersetzt von Astrid Gravert. Marion ist hingerissen von Tom, dem großen Bruder ihrer besten Freundin, einem unverschämt gutaussehenden jungen Mann mit blonden Locken und blauen Augen. Gleich bei der ersten Begegnung, da sind sie noch Teenager. Für sie ist er der Mann ihres Lebens, und so übersieht sie alle Zeichen, jeden Hinweis, dass Tom sich nicht für sie interessiert. Nicht für sie als Frau. Trotzdem hofft sie auf einen Heiratsantrag, und als er ihn endlich macht, ist sie glücklich. Ihre Liebe wird für sie beide reichen. Aber Tom hat ein anderes Leben, ist in andere Gefühle verstrickt. Sein ganzes Interesse gilt Patrick, dem Kurator des Museums in Brighton, der sich in Tom verliebt hat und ihm eine völlig neue Welt eröffnet. Für Tom ist die Ehe das sichere Versteck in einer Zeit, in der Homosexualität gesellschaftlich und gesetzlich geächtet ist. So teilen ihn die beiden Liebenden, bis einer es nicht mehr aushält und drei Leben ruiniert. Bethan Roberts erzählt diesen Roman aus Marions und aus Patricks Perspektive. Es ist eine Geschichte verschwendeter Jahre, unmöglicher Liebe und durchkreuzter Hoffnungen in den sechziger Jahren, als sich die radikale Veränderung, wie man lebt und liebt, schon ankündigte, aber noch lange nicht lebbar war.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.04.2013

Angetan zeigt sich Cristina Nord von Bethan Roberts' Dreiecksgeschichte "Der Liebhaber meines Mannes". Der in den fünfziger Jahren in Brighton an der Südküste Englands spielende Roman erzählt von der Ehe einer jungen Lehrerin und eines gut aussehenden Polizisten, der sich in den Kurator des örtlichen Kunstmuseums verliebt. Zwar kann die Autorin ihren Themen - verbotenes Begehren, Selbstverleugnung, Schuld, Scham und weiblich Selbstbescheidung - nach Ansicht von Nord wenig neue Aspekte abgewinnen. Aber die Stärke des Romans sieht sie ohnehin im Kleinen, im Detail. So lobt sie die Sorgfalt, mit der Bethan über das Essen und Trinken schreibt und damit zugleich etwas über die britische Klassengesellschaft aussagt.