Beatriz Serrano

Feuer in der Kehle

Roman
Cover: Feuer in der Kehle
Bastei Lübbe Verlag, Köln 2026
ISBN 9783847902324
Gebunden, 432 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Christiane Quandt. An einem Morgen im Jahr 1993 zerbricht Blancas Welt. Sie ist neun Jahre alt, und ihr Vater gesteht ihr, dass ihre Mutter, ohne jede Erklärung, nicht mehr aus dem Urlaub zurückkommen wird. Fortan glaubt Blanca, eine rätselhafte Gabe zu besitzen - doch führt ihr erstes "Wunder" ausgerechnet zum Tod eines Mädchens, das sie verspottet hatte. Getrieben von Schuldgefühlen und tiefer Einsamkeit flüchtet sie sich ins neu aufkommende Internet und trifft dort auf ein paar Mädchen, die ebenso verloren sind wie sie und zu Blancas Ersatzfamilie werden. Bis sie an ihrem 18. Geburtstag völlig unerwartet die Tagebücher ihrer Mutter erhält - und die Welt des "Wundermädchens" erneut aus den Fugen gerät.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 31.07.2026

Mit großem Bedauern stellt Rezensent Dirk Fuhrig fest, dass Beatriz Serrano ihr Buch "Feuer in der Kehle" als einen großartigen Roman über die Ängste und die Trauer einer Teenagerin sowie die Emanzipationskämpfe ihrer Mutter begonnen hat, ihn jedoch leider als eine auf reizlose Weise absurde Mischung aus "katholischem Wunderglauben" und verkitschtem magischem Realismus beendet hat. Wie diese Autorin die Sehnsucht der aufwachsenden Blanca nach ihrer auf rätselhafte Weise verschwundenen Mutter schildert, wie sie anschließend die Erklärungen, mit denen Blanca aufgewachsen ist, konfrontiert mit der Perspektive der Mutter, die ihre eigene Geschichte erzählt - etwa von Erwartungen und Zwängen der bürgerlichen Familie ihres Mannes, ihrer Depression und ihrer Flucht, findet der Kritiker "zeitgenössisch-lässig". Doch dann beginnt der Roman plötzlich abzudriften: Blancas Internet-Freundin entpuppt sich als ein Mann, der "nur reden" will, ihr erstes Treffen mit diesem Mann geschieht genau zur gleichen Zeit wie Nine-Eleven, außerdem entdeckt Blanca ihr "Feuer in der Kehle" als eine Superkraft... Angesichts all dieser reißerischen Fantastereien geht die Auflösung der Geschichte dann leider völlig unter, so der enttäuschte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.07.2026

Einen teils überfrachteten, insgesamt jedoch empfehlenswerten Debütroman legt Beatríz Serrano laut Rezensentin Victoria Eglau hier vor. Die Handlung ist in drei Teile geteilt, besonders gut gefällt Eglau der erste, der von der jungen Blanca erzählt, die in den 1990ern in Spanien aufwächst und von ihrer Mutter verlassen wird. Einfühlsam, präzise und spannend beschreibt Serrano ein Coming of Age, Popkultur und vor allem das Internet spielen dabei eine zentrale Rolle. Der zweite Teil wechselt dann zur Perspektive der Mutter - diese Passagen liefern zwar einige Erklärungen nach, sind aber, findet Eglau, insgesamt etwas redundant. Mit dem dritten Teil des Buches, der zu Blanca zurückkehrt, kann die Rezensentin wieder mehr anfangen. Insgesamt, so das Fazit, wäre weniger hier mehr gewesen, aber unterm Strich bleibt trotzdem eine anregende, originelle Lektüre.

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