Klappentext
Aus dem Spanischen von Christiane Quandt. An einem Morgen im Jahr 1993 zerbricht Blancas Welt. Sie ist neun Jahre alt, und ihr Vater gesteht ihr, dass ihre Mutter, ohne jede Erklärung, nicht mehr aus dem Urlaub zurückkommen wird. Fortan glaubt Blanca, eine rätselhafte Gabe zu besitzen - doch führt ihr erstes "Wunder" ausgerechnet zum Tod eines Mädchens, das sie verspottet hatte. Getrieben von Schuldgefühlen und tiefer Einsamkeit flüchtet sie sich ins neu aufkommende Internet und trifft dort auf ein paar Mädchen, die ebenso verloren sind wie sie und zu Blancas Ersatzfamilie werden. Bis sie an ihrem 18. Geburtstag völlig unerwartet die Tagebücher ihrer Mutter erhält - und die Welt des "Wundermädchens" erneut aus den Fugen gerät.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.07.2026
Einen teils überfrachteten, insgesamt jedoch empfehlenswerten Debütroman legt Beatríz Serrano laut Rezensentin Victoria Eglau hier vor. Die Handlung ist in drei Teile geteilt, besonders gut gefällt Eglau der erste, der von der jungen Blanca erzählt, die in den 1990ern in Spanien aufwächst und von ihrer Mutter verlassen wird. Einfühlsam, präzise und spannend beschreibt Serrano ein Coming of Age, Popkultur und vor allem das Internet spielen dabei eine zentrale Rolle. Der zweite Teil wechselt dann zur Perspektive der Mutter - diese Passagen liefern zwar einige Erklärungen nach, sind aber, findet Eglau, insgesamt etwas redundant. Mit dem dritten Teil des Buches, der zu Blanca zurückkehrt, kann die Rezensentin wieder mehr anfangen. Insgesamt, so das Fazit, wäre weniger hier mehr gewesen, aber unterm Strich bleibt trotzdem eine anregende, originelle Lektüre.
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