Klappentext

Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben - warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2016

Rezensentin Dana Buchzik lobt Ayelet Gundar-Goshens neuen Roman "Löwen wecken" in den höchsten Tönen. Allein die Geschichte um den in Tel Aviv praktizierenden Arzt Etan, der von der Krankenhausleitung in die Wüste Negev geschickt wird, nachdem er einen Korruptionsskandal aufgedeckt hat, dort versehentlich einen jungen Eritreer überfährt und von dessen Witwe, einer traumatisierten Flüchtlingsfrau, gezwungen wird, verletzte Flüchtlinge nachts in einer Autowerkstatt zu versorgen, hat die Kritikerin sehr beeindruckt. Die Autorin und Psychologin erzähle mutig und packend, klug und überraschungsreich, fährt Buchzik fort und bewundert insbesondere ihr Vermögen, die Seelen der fremden Figuren soweit auszuleuchten, bis sie vertraut erscheinen. Ein aktueller und beklemmender Roman, der dem Leser im besten Sinne schwer im Magen liegen wird, schließt die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2015

Während Kristina Maidt-Zinke den ersten Roman von Ayelet Gundar-Goshen noch als "Huldigung an die Gründergeneration Israels" in Erinnerung hat, geht es in ihrem neuen Buch "Löwen wecken" ungleich differenzierter zu, findet die Rezensentin. Tatsächlich wirkt es auf Maidt-Zinke so, als warne die komplette Inszenierung vor einfachen Antworten: Dr. Etan Grien, Neurochirurg an einer Klinik in Beer Sheva, überfährt nächtens einen illegalen Einwanderer aus Eritrea, begeht Fahrerflucht, die er auch seiner Frau, einer Kriminalbeamtin, verheimlicht, und wird später von der Witwe des Mannes erpresst, in seiner Garage eine ambulante Nothilfe für die sogenannten "Infiltranten" einzurichten, während seine eigene Frau, immer noch unwissend, ausgerechnet seinen Fall zugeteilt bekommt, fasst die Rezensentin zusammen. Gundar-Goshen wechselt zwischen diesen drei Personen, Grien, seiner Frau und der Witwe, hin und her, legt falsche Fährten und selten entspricht ein Ereignis dem ursprünglichen Anschein, berichtet Maidt-Zinke etwas angestrengt.
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