Berlin, Sommer 1927. Die Gymnasiasten Paul und Günther interessieren sich vor allem für hübsche Mädchen und wilde Poesie, feiern ausgelassene Partys und lesen sich gegenseitig Gedichte vor. Ihr Ziel ist, das Leben in vollen Zügen zu genießen - und jung zu sterben. Paul, unglücklich in Hilde, Günthers Schwester verliebt, hat sich bereits einen alten Revolver besorgt. In einer langen Nacht plant man den Abschied von der Welt. Als der Morgen naht, fallen drei Schüsse. Die Polizei findet Günther und Hildes Liebhaber tot auf. Paul wird unter Mordverdacht verhaftet und angeklagt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2000
Richard Kämmerlings mag sich mit diesem Roman nicht so recht anfreunden. Für ihn präsentiert sich die Geschichte zunächst in zwei Teilen: Der erste reicht bis zum Tod von Pauls Freund Günter und seinem Nebenbuhler Hans, der zweite befasst sich mit dem Prozess, in dem Paul des Mordes angeklagt ist. Kämmerlings findet den ersten Teil außerordentlich "kurzatmig", während der zweite Teil - für Kämmerlings offenbar ohne klar ersichtlichen Grund - in ein wesentlich langsameres Tempo wechselt. Aber auch in erzählerischer Hinsicht wechsele der Autor den Tonfall. Kämmerlings vermutet als Grund, dass sich der Autor hier wohl stark auf Presseberichte und Gerichtsakten gestützt habe (Küingsdorf hat sich auf einen wirklichen Fall bezogen). Der Rezensent kritisiert ein Ausblenden der Person Günters und des mit ihm verbundenen homoerotischen Aspekts, der seiner Ansicht nach bei diesem Mordfall eine tragende Rolle gespielt habe.
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