Herausgegeben von Wolfgang Maderthaner, Lutz Musner und Erik M. Vogt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Julia Encke hält Anson Rabinbachs endlich ins Deutsche übersetzte Studie "Motor Mensch" für einen Klassiker. Rabinbachs Analyse vielfältiger Versuche von Sozialreformern wie Wissenschaftlern, das Phänomen der Ermüdung zu therapieren, bietet einen einzigartigen Blick auf das 19. und beginnende 20. Jahrhundert, erklärt die Rezensentin. Für Encke liegt die besondere Qualität des Buchs darin, dass es Wissenschaftsgeschichte diskursanalytisch mit den Gesellschaftstheorien und den politischen Fragen der Zeit vernetzt. Rabinbach arbeite anschaulich die mit der Arbeitswissenschaft implizierte Vision einer Gesellschaft aus, in welcher der arbeitende Körper dem Primat der Produktivität untersteht. Encke vermisst nur die Reflexion über neue Formen der Disziplinierung in der Gegenwart nach dem Ende der Arbeitsgesellschaft.
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