Wo bitte finde ich hier Erleuchtung? Josefas Leben als Assistentin in einem grauen Vertriebsbüro kann ziemlich trist sein. Dank ihrer Freundin Kristina findet sie Ablenkung, denn beide teilen die Faszination zu funkelnden Kristallen und Orakeln; so versuchen sie auch die Absichten des geheimnisvollen Albert zu ergründen, den Josefa nicht vergessen kann. Josefas Begeisterung geht so weit, dass sie sich schließlich in einer Gruppe spiritueller Menschen wiederfindet, die jedoch plötzlich immer weiter abdriften: Was als Ablehnung von Masken und Impfungen während der Corona-Krise beginnt, steigert sich schließlich sogar bis zur Verteidigung von Verschwörungstheorien. Das geht zu weit! Doch wie kommt man aus dieser Szene wieder raus?
Richtig überzeugt ist Rezensent Cornelius Wüllenkemper nicht von Annegret Helds Roman über Josefa, eine alleinstehende Frau, die sich mit ihrer Internetsucht und den Verführungen der Esoterik herumschlägt. Eine "Millieustudie im naiven Grundton eines Unterhaltungsromans" sei das letztendlich, man lese von den Zukunftsängsten und dem Weltschmerz Josefas, den sie mit der Affäre mit Albert und durch "Erkenntnisspektren und Geisterwesen" zu bekämpfen suche. Josefa unterteilt die Welt in gute und schlechte Schwingungslagen, so Wüllenkemper, Frankfurt ist für sie ein "einziger Schwingungssalat", in dem sich ständig alles ändert. Die Sprache ist ihm abschließend auch zu nah am alltagssprachlichen Duktus, eine wirklich überzeugende Geschichte entsteht so für ihn nicht.
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