Durch die Inhaftierung der führenden Köpfe der Rote Armee Fraktion wurde die Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim in den 1970er-Jahren über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Für den Prozess gegen die RAF-Mitglieder wurde dort 1975 eigens ein besonders gesichertes Mehrzweckgebäude erstellt. Ausgangspunkt für das fotokünstlerische Projekt Stuttgart Stammheim von Andreas Magdanz ist die Tatsache, dass mit dem bevorstehenden Abbruch des Staatsgefängnisses jener Ort zerstört wird, der untrennbar mit den historisch bedeutenden Ereignissen von 1977 verbunden ist. Daraus leitete sich für den Fotokünstler das Ziel ab, die historisch überladene Stätte des RAF-Mythos im Medium der digitalen Großformatfotografie umfassend zu dokumentieren und mit den betont nüchtern-sachlichen Aufnahmen ein differenziertes und wirklichkeitsgerechtes Bild der Anlage im Zustand des Jahres 2010/11 zu zeichnen.
Ein bisschen graust es dem Rezensenten schon beim Gang durch die klinisch sauberen Flure von Stammheim, die ihm Andreas Magdanz mit seinem Bildband eröffnet. Holz nur in der Kapelle, vermerkt er; hinter den Eisentüren die Zellen von Baader, Ensslin, Raspe, Meinhof. Für Lennart Laberentz zeigt der Autor mit dieser Architektur der Disziplin ebenso wie mit den Kleingärten davor die deutschen Zustände, an denen die Meinhof laut Klaus Wagenbach starb. Die entmenschlichenden Dimensionen erkennt der Rezensent im gezeigten Detail, einem Stück Baum etwa. Einen Überblick über die hier geschriebene Rechtsgeschichte liefert der Autor laut Laberentz auch.
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