Andreas Degen (Hg.)

Sarmatien in Berlin

Autoren an, über und gegen Johannes Bobrowski
Cover: Sarmatien in Berlin
Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2015
ISBN 9783945256312
Gebunden, 192 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Johannes Bobrowski war eine der markantesten Stimmen der deutschen Literatur der Nachkriegsjahrzehnte: nicht laut, aber durchdringend und faszinierend bis heute. Seine Gedichte und experimentellen Prosaarbeiten zeugen von höchster sprachlicher Präzision und einem ungebrochenen Vertrauen in die Sinnlichkeit des Wortes. Bobrowski wurde in beiden deutschen Staaten anerkannt und geehrt - ein singulärer Fall während des Kalten Krieges. 1962 erhielt er, im Osten Berlins lebend, im Westen der geteilten Stadt den renommierten Preis der Gruppe 47. In den wenigen Jahren seines öffentlichen Wirkens wurde sein Haus in Berlin-Friedrichshagen zu einem heimlichen Treffpunkt zahlreicher Autoren: Er war, so Hans Werner Richter 1965 in seiner Trauerrede, ein "Genie der Freundschaft". Für jüngere Autoren wurde Bobrowskis Art des Schreibens bald zu einer Offenbarung. Der antike Name Sarmatien steht für die weite Landschaft zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, zwischen Weichsel und Wolga: ein Vielstrom- und Vielvölkerland. Bobrowski, 1917 in Tilsit geboren, in Königsberg aufgewachsen und ab 1939 als Soldat in Polen und Russland, machte die Geschichte dieser Landschaft zu seinem Thema - eine "Art Kriegsverletzung", wie er einmal bekannte. Es geht ihm um Erinnerung und Verständnis, Heimatverlust und Kriegsschuld - ausgedrückt in einer Sprache, die sich von Friedrich Hölderlin und Georg Trakl her versteht. Aus Anlass des Bobrowski-Gedenkjahres versammelt dieser Band Gedichte und Prosastücke von bekannten Autoren aus fünfzig Jahren - Widmungen an und Reaktionen auf einen außergewöhnlichen Dichter und ein Werk, das es wiederzuentdecken gilt.
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