Saul hat aufgehört, Künstler zu sein. Er versteht sich als Bauarbeiter und hat nur noch ein letztes Großprojekt vor Augen: einen rätselhaften Bau - den Wal - in seinen zweckfreien Ursprungszustand zurückzuführen. Denn einst hatte ein Fotograf diesen weichen, aschenen Beton im Innern des Kubus mit Fliesen bedeckt und zu einem Atelier verschandelt. Bedingungslos steckt Saul nun all seine Energie in diese Arbeit, bis er vollkommen ausgelaugt und mit seinen Kräften am Ende ist."Der Wal" entwickelt sich einerseits zu einer sensiblen Beziehungsgeschichte. Ein Dreieck entsteht mit Q/Keough als Begleiterin Sauls und Aezra, Sauls schreibendem Bruder..
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.02.2021
Dieser Roman besteht aus drei Teilen, verrät Rezensentin Judith von Sternburg: Im ersten kauft der junge Saul in einer ländlichen Gegend eine Immobilie, die er "den Wal" nennt und umgestaltet, womit er die Außenseiterin Q anlockt, im zweiten kommt Sauls Zwillingsbruder zu Besuch und im dritten schreibt dieser Zwillingsbruder tagebuchartig über seinen Aufenthalt bei Saul. Fasziniert hat die Kritikerin während des letzten Teils festgestellt, dass der erste ein Roman ist, den der Zwillingsbruder über Saul und Q schreibt, eine Erkenntnis, die sie im Nachhinein an der Authentizität einiger erzählter Begebenheiten zweifeln ließ. Auch weil die Autorin sie nicht weit in die Psyche ihrer Figuren hat vordringen lassen, hat Sternburg den Text als rätselhaft und ungewöhnlich empfunden. Obwohl ihr manche Sätze holprig erschienen, hat die Rezensentin sich gern auf diese Weise irritieren lassen.
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