Alfred Biolek

Bio. Mein Leben

Mit Veit Schmidinger
Cover: Bio. Mein Leben
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2006
ISBN 9783462037258
                         , 316 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Zeitgeschichte, Kulturgeschichte, Fernsehgeschichte - Alfred Biolek erzählt sein Leben. Eine Biografie über Alfred Biolek, geschrieben von ihm selbst und Veit Schmidinger. Der Meister der TV-Unterhaltung und Talkshow-Kultur berichtet über 40 Jahre Fernsehgeschichte, über sein Leben vor der Fernsehzeit und neben der Arbeit. Kölner Treff. Am laufenden Band. Bios Bahnhof. Boulevard Bio. Alfredissimo. Kann man mehr Fernsehgeschichte schreiben? Kann man über Jahrzehnte mehr Sympathien beim Publikum gewinnen, ohne sich jemals anzubiedern und die eigene Bildung und Intelligenz zu verraten?
Alfred Biolek ist ein Unikat. Und weil er bei aller Prominenz immer zurückhaltend, fast stumm war, wenn es um sein persönliches Leben ging, ist dieses Buch für sein Publikum und seine Anhänger eine späte Überraschung. Zusammen mit Veit Schmidinger erzählt Alfred Biolek zum ersten Mal die Geschichte seines Lebens. Die Geschichte seiner Kindheit, die fast ein eigenes Buch wert wäre, führt mitten in den Strudel des Untergangs des alten Mitteleuropa. Sein Geburtsort, Freistadt, heute Karwin, in dem Deutsche, Tschechen, Polen, Schlesier und Juden zusammenlebten, war das Paradies seiner Kindheit, aus dem er früh vertrieben wurde. Die dramatische Flucht in den Westen, der Tod des älteren Bruders, die Schulzeit in den frühen Jahren der Bundesrepublik haben ihn geprägt, vor allem die Erfahrung, als junger Deutscher ein Jahr in den USA zu leben. Der Rest ist ein Bildungsroman, den das Leben schrieb - das Jura-Studium und das Studentenkabarett, der Assessor in der Rechtsabteilung des ZDF und die Münchner Boheme in den 70ern, der Talk-Show-König und die Homosexualität, der Weltbürger und der Fernsehkoch. Der Gesprächspartner der Republik. ZDF und ARD. Köln und Berlin. Ein Buch über ein Leben, in dem viele Leben stecken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2006

Gerade noch akzeptabel scheint Rezensent Peter Lückemeier Veit Schmidingers Biografie über Alfred Biolek. Lückemeier bedauert ausdrücklich, dass Biolek das Buch nicht selbst geschrieben hat. Dessen Ausrede, er sei kein guter Schreiber, lässt er nicht gelten - zum einen weil selbst stilistisch nicht so versierte Zeitgenossen wie Gerhard Schröder spannende und authentische Bücher schreiben können, zum anderen, weil Bioleks Zitate keineswegs hinter den sprachlichen Fähigkeiten des Autoren Veit Schmidinger zurückbleiben. Letztere sind nach Ansicht Lückemeiers zudem nicht gerade berauschend. Zudem moniert er Schmidingers Hang zu ellenlangen Zitaten und seine mangelnde Fähigkeit, sinnvoll zu gewichten. Bioleks Kindheit wird seines Erachtens zu breit ausgewalzt, während seine TV-Karriere und die vielen Begegnungen mit interessanten Menschen zu kurz kommen. Dennoch bescheinigt er Schmidinger, Persönlichkeit und Werdegang Bioleks mit viel Sympathie darzustellen. Hart kritisiert er allerdings das Lektorat des Buchs, das neben sachlichen Fehlern auch peinliche Konstruktionen übersehen hat. Insgesamt hätte er Biolek eine bessere, lebendigere Biografie gewünscht.