Aus dem Portugiesischen von Enno Petermann. Die beiden Mädchen wachsen in einem wohlhabenden Elternhaus auf einer Fazenda im Landesinnern des Bundesstaates Rio de Janeiro auf. Ihre Kindheit verläuft scheinbar harmonisch und behütet, tatsächlich aber ist ihre Welt bestimmt von den verbotenen Dingen , die man nicht aussprechen darf. Und so teilen Clarice und Maria Inês dunkle Geheimnisse, die jeden ihrer Schritte begleiten. Mit den Jahren verlieren sie sich aus den Augen, die eine lebt als Ärztin in Rio, die andere auf der heimatlichen Fazenda. Erst nach dem Tod der Eltern treffen die Schwestern in einer schicksalhaften Nacht wieder aufeinander und bringen all die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht. Der Sommer der Schmetterlinge erzählt in starken Bildern und mit viel Atmosphäre von Abhängigkeiten und Abgründen in Zeiten der Diktatur und Repression.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2014
Die drei Jahre Arbeit an "Der Sommer der Schmetterlinge" haben sich mehr als gelohnt, schreibt Rezensentin Cejana Di Guimaraes nach der Lektüre von Adriana Lisboas zweitem Roman. Die brasilianische Autorin, die der Kritikerin als eine der "interessantesten" einer neuen Schriftsteller-Generation gilt, erzähle hier von den Geheimnissen und verborgenen Abgründen einer Familie von Überlebenden, in deren Mittelpunkt zwei Schwestern stehen, die ihre traumatischen Erfahrungen in der Gegenwart zu bewältigen versuchen. Die Kritikerin bewundert neben der Poesie und dem Bilderreichtum dieser Erzählung insbesondere die außergewöhnliche Musikalität dieser Erzählung. Und so kann sie diese brillant übersetzte "kunstvolle Stickerei aus Sprechen und Schweigen" nur unbedingt empfehlen.
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