"Therapie ist wie Pornografie", schreibt die Psychologin Lori Gottlieb. "Beides setzt eine gewisse Art von Nacktheit voraus. Beides kann großen Nervenkitzel auslösen. Und beides wird von Millionen Menschen in Anspruch genommen, die meisten behalten es jedoch lieber für sich."Als Lori Gottlieb sich selbst nach einer Trennung in Therapie begibt, ergeht es ihr ebenso wie ihren Patienten: Sie muss ihre eigenen blinden Flecken erkennen und sich verletzlich machen, um an Trauer, Scham und Schmerz wachsen zu können. Der schwer greifbare Prozess, der in dem intimen Verhältnis zwischen Therapeut und Patient abläuft, hat die Macht uns zu verändern, möglicherweise sogar unser ganzes Leben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.04.2020
Mit Gewinn hat Rezensentin Susanne Billig dieses Buch gelesen, in dem die Therapeutin Lora Gottlieb Geschichten aus der psychotherapeutischen Praxis erzählt. Narzissten und Depressive paradieren hier, was Billig mal vergnügt, mal mitfühlend verfolgt. Aber noch interessanter findet die Rezensentin, wie Gottlieb die therapeutische Arbeit reflektiert: Was macht Erfolg und Scheitern aus? Welche Strategien taugen bei wem und warum? Dass Gottlieb dies auch noch sprachlich gekonnt und in einem gut konsumierbaren Mix aus Geschichten und Informationen präsentiert, gefällt der Rezensentin ebenfalls.
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