Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Allein die Schrift!

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

02.09.2014. Bloomberg Businessweek macht sich jung und guckt AwesomenessTV. Der Merkur staunt über die Textlastigkeit der Suhrkamp-Kultur. Das Chicago Magazine erinnert daran, wer zuerst Handys wollte: die Polizei. The Verge schildert den Titanenkampf zwischen Uber und Lyft. In HVG denkt Péter Esterházy über Kleinkariertheit nach. Die Poetry Foundation bewundert den "Emperor of Ice-Cream".

Bloomberg Businessweek (USA), 01.09.2014

Hollywood, das einst vor allem Copyright-Klagen gegen Youtube-Videos anstrengte, investiert heute in großem Stil in die dort boomenden Kanäle und Networks, berichtet Felix Gillette in einer instruktiven Recherche. Einer des der größten Networks ist AwesomenessTV, das sich auf Videos für Jugendliche spezialisiert und ein Geschäftsmodell praktiziert, das auf die Brosamen von Google-Werbeeinnahmen nicht mehr angewiesen ist. Man fabriziert sponsored content, etwa die Serie "Summer with Cimorelli", die für die Fastfood-Kette Subway produziert wird. "Stars der Show sind die sechs singenden Cimorelli-Schwestern, eine A-Cappella-Band mit solider Teenie-Fan-Basis... Die Schwestern treffen sich für die Folgen in Subway-Restaurants. Und außerdem hat Subway während des Sommers traditionelle Werbespots mit den Schwestern produziert und im Fernsehen laufen lassen." AwesomenessTV ist kürzlich von DreamWorks gekauft worden.

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Merkur (Deutschland), 01.09.2014

Philipp Felsch blickt auf das Ende der siebziger Jahre zurück, als die Avantgarde theoriemüde wurde und sich nach Bildern und Dingen zu sehnen begann: "Aus dem Rückblick unserer ikonophilen Gegenwart fällt besonders die Textlastigkeit der Suhrkamp-Kultur ins Auge. Der Kanon, den Siegfried Unseld für die alte Bundesrepublik verbindlich machte, war eine Bleiwüste. 'Allein die Schrift!' lautet das Credo seiner Witwe und Nachfolgerin bis heute. Der Imperialismus der Schrift wird dort umso augenfälliger, wo sich Suhrkamp dazu herabließ, Bilder abzudrucken. Die Reproduktion von Velázquez' Las Meninas in Foucaults 'Ordnung der Dinge' zum Beispiel ist so miserabel, dass man verlegerischen Mutwillen unterstellen muss. Ein Gutteil von dem, was die fünfzehn engbedruckten Seiten der Einleitung erörtern, lässt sich bestenfalls erahnen. Einen Höfling der spanischen Infantin haben die Grauschleier komplett verschluckt. Suhrkamps Ikonoklasmus war dem Glauben an die Macht der Theorie geschuldet; das Ergebnis wirkt aus heutiger Sicht so nüchtern wie eine protestantische Kirche."

Mehr Schwächen als Stärken entdeckt Ekkehard Knörer in Evelyn Barishs Paul-de-Man-Biografie, deren gründliche Nachforschungen aber in der Summe nur eine Erkenntnis zuließen: "Paul de Mans Ruf ist in ethischer Hinsicht unrettbar - Georges Gorielys Vorwürfe waren nicht übertrieben. Zugleich wächst aber das Faszinosum der Person de Man. Dies ist der verblüffende Fall eines Mannes, der scheitert und scheitert, ein ums andere Mal in scheinbar ausweglosen Sackgassen landet und dennoch immer aufs neue und sogar immer spektakulärer reüssiert."

Archiv: Merkur

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Chicago Magazine (USA), 01.09.2014

In Chicago wurde vor kurzem eine neue Motorola-Fabrik eingeweiht - gerade wurde die Firma von Google an Lenovo verkauft, sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, wenn auch nicht ohne Aussichten. Ted C. Fiehman erzählt für das Chicagomag ihre an Peripatien reiche und stolze Geschichte - und erinnert daran, dass die wichtigste ihrer Erfindungen der Polizei dienen sollte: "Keine andere Motorola-Innovation war revolutionärer als das Mobiltelefon. Anstoß gab eine Anfrage von Orlando Wilson, dem Polizeichef von Chicago in den Jahren 1960 bis 67. Gewaltverbrechen stiegen stark an. Wilson wollte, dass seine Streifenpolizisten aus dem Auto ausstiegen und zu Fuß patrouillierten, aber er wollte auch, dass sie auf den Straßen kommunizieren konnten."

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Stichwörter: Chicago, Motorola

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Nepszabadsag (Ungarn), 30.08.2014

Vergangene Woche erschien in Ungarn "Letzte Einkehr", der wohl letzte Band von Imre Kertész, mit Tagebuchaufzeichnungen zwischen 2001 und 2009 und bisher unveröffentlichten Romanfragmenten. Der Literaturwissenschaftler György Vári stellt das Buch vor: "Aus den Roman- und Erzählungsfragmenten strömt der Mut des Pessimismus wie saubere Höhenluft. Die Möglichkeit, dass Wirklichkeit und Fiktion ineinander rutschen, lässt ahnen, dass vielleicht wirklich nur die fiktiven Figuren leben. Und der Schriftsteller selbst, die repräsentative Rolle mit dem Namen Imre Kertész, nur ausgedacht ist. Ein Fremder, dessen Geschichte - Auschwitz - mit seiner Person in keiner Beziehung stand. Der in seinem ganzen Leben nach der genauen Bestimmung seines Selbst und seiner Position suchte, nur damit der Erfolg und das Alter, der letzte Verrat des Körpers, aus ihm erneut einen Fremden machte. Sein wahres Thema ist das Glücklichsein: die unerwartete Schönheit unserer weltlichen Fremdheit, die zeitliche Begrenzung von allen und ihre letzte Aufhellung im Schatten des Todes."

Archiv: Nepszabadsag

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Poetry Foundation (USA), 02.09.2014

Gerade ist bei uns eine neue, bislang umfangreichste Gedicht-Auswahl aus dem Werk des amerikanischen Dichters Wallace Stevens erschienen. Einen schönen Einblick in Stevens' Arbeit bietet Austin Allen, der bei der Poetry Foundation Stevens' Gedicht "The Emperor of Ice-Cream" interpretiert. Das Gedicht ruft in der ersten Strophe zum Eismachen auf, in der zweiten steht man vor einem Sarg: "Wie im Leben so im Schreiben. Stevens' Gedichte zeichnen sich aus durch eine saftige Sprache, milde Temperaturen und tropische Früchte, aber auch durch winterliche Landschaften und strenges Philosophieren. Sie sind gleichermaßen sinnlich und abstrakt, offen und hermetisch. Das Spielerische darin täuscht hinweg über die stoischen, pessimistischen Aussichten. (Sein Gedicht 'Table Talk' beginnt einfach mit: 'Granted, we die for good.') Ungefähr in die Mitte zwischen diese beiden Gegensätze fällt 'The Emperor of Ice-Cream'. Mit seinen zwei Strophen und zwei Räumen ist das Gedicht säuberlich aufgeteilt zwischen einer Schilderung geschäftigen Lebens und einer Kontemplation über den einsamen Tod. Es verwandelt einen pulsierenden Schauplatz in eine Mahnung an unsere letztliche Bestimmung, ein einst exotisches Dessert in ein Symbol für das Schicksal, dass uns am Ende allen bevorsteht. Es beginnt mit einem extravaganten Konfekt, aber es hinterlässt einen bemerkenswert frostigen Nachgeschmack."

Stichwörter: Wallace Stevens

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Rue89 (Frankreich), 31.08.2014

Pierre Haski schreibt in seinem Blog über die Veränderung der Presselandschaft in Südafrika anhand der Geschichte des 1951 gegründeten Magazins Drum. Diese Zeitschrift sei einmal für Südafrika das gewesen, was das Magazin Ebony für das schwarze Amerika der 1950er und 1960er Jahre repräsentierte. Beide wandten sich an eine schwarze Mittelklasse, die den "Verdammten der Erde" den Rücken kehrte, so Haski. "Drum war ein kleines Wunder: eine Zeitschrift, die ein gemischtrassiges Team in einem Land realisierte, das dabei war, unmittelbar nach dem Wahlsieg der National Party 1948 die Trennmauern und den Hass der Apartheid aufzubauen. Eine von einer positiven Energie beseelte Truppe, die erst die Eiszeit der Apartheid ein Jahrzehnt später zum Schweigen bringen sollte." Inzwischen, so bedauert Haski, sei aus Drum - einst zur Hälfte feurig, literarisch und engagiert, zur andern Hälfte Promizeitschrift - eine ganz "normale" Allerweltszeitschrift geworden. 

Archiv: Rue89
Stichwörter: Drum Magazine, Südafrika

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Verge (USA), 26.08.2014

Casey Newton erzählt ein paar hollywoodreife Episoden über das Wrestling-Match zwischen den Taxi-Apps Uber und Lyft in den USA. Uber setzt ganze Horden von Drückern ein, um Fahrten bei Lyft zu buchen und sie entweder ins Leere laufen zu lassen oder einzusteigen und die Fahrer abzuwerben - was nicht heißt, dass Lyft nicht dasselbe tut. The Verge präsentiert Mails von Uber-Managern und Online-Formulare, die zeigen, wie die Abwerbung funktioniert. Für jeden abgeworbenen Fahrer bekommt der Drücker eine dicke Provision. "Die aggressive Taktik von Uber zeigt, dass Ridesharing großenteils ein Nullsummenspiel ist", erläutert Newton, "ein Fahrer, der einen Uber-Kunden mitnimmt, kann nicht gleichzeitig einen Lyft-Kunden fahren... Uber und Lyft wollen die App sein, an die man denkt, wenn man ein Taxi braucht, und derjenige Dienst mit den meisten Fahrern hat da die besten Chancen. Darum ist der Wettbewerb so kannibalistisch geworden. Sowohl Uber als auch Lyft offerieren heftige Boni, um die Fahrer dazu zu bringen, den Dienst zu wechseln."

Außerdem gibt's ein Dossier, das Jaron Lanier freuen würde, der ja eher ein Künder der Virtual Reality als des Internets ist: The Verge erzählt die Geschichte vom "Aufstieg und Fall und Neuaufstieg der Virtual Reality".

Archiv: Verge
Stichwörter: Lyft, Uber, Virtual Reality

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Guardian (UK), 20.08.2014

Charlotte Higgins beendet eine neunteilige, insgesamt kritische, wenn auch liebevolle Auseinandersetzung mit Glanz und Elend der BBC (Übersichtsseite) und kann im letzten Teil nicht umhin, das peinliche Versagen der BBC in der von Edward Snowden lancierten Geheimdienstaffäre zu thematisieren. Während Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger vor Parlamentsausschüsse zitiert wurde, um seine patriotische Gesinnung zu beweisen, hat die BBC während fast der gesamten Affäre schamvoll weggeschaut: "Die BBC hält aufgrund ihrer schieren Größe den Schlüssel zu den nationalen Debatten in der Hand und blieb fast stumm. So kam es, dass der Guardian ausgerechnet in seinem Heimatland ein einsamer Spieler blieb... Hat die BBC zwei Jahre vor ihrer neuen Evaluierung und Lizenzierung durch die Regierung den Appetit verloren, das britische Establishment in seinen geheimsten und machtvollsten Winkeln zu attackieren?"

Archiv: Guardian

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New Inquiry (USA), 26.08.2014

Schon lange entscheidet nicht mehr allein der US-Markt über das Wohl und Wehe von Filmbilanzen: Der chinesische Kinomarkt boomt wie kein zweiter, weshalb Hollywood seine Filme schon seit einiger Zeit gezielt auch für diesen Markt attraktiv lanciert. Das heißt nicht nur, dass mit einem Mal chinesische Superstars als Köder in Nebenrollen besetzt werden, sondern dass auch Flops auf dem US-Markt nach dem chinesischen Einspiel doch noch in Serie gehen, wie Shawn Wen in New Inquiry erklärt: "Nichts bringt die Kraft des chinesischen Einspiels so treffend auf den Punkt wie das grüne Licht für 'Pacific Rim 2', den Universal Ende Juni angekündigt hat. Folgt man den traditionellen Standards, handelte es sich bei 'Pacific Rim' um einen der Flops des vergangenen Jahres (...) Doch dann kam der Film in China ins Kino. ... Am Ende spielte er weltweit 411 Millionen Dollar ein, davon 111 Millionen alleine in China. Ohne dieses globale Einspielergebnis hätten die Investoren Geld verloren. Doch mit der Ankündigung eines zweiten Teils hat sich das chinesische Publikum als mächtig genug erwiesen, um die Produktion eines Sequels von einem amerikanischen Studio einzufordern."

Archiv: New Inquiry
Stichwörter: Blockbuster, China, Film, Hollywood

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HVG (Ungarn), 19.08.2014

Gerade ist der zweite Band der Reihe "Einfache Geschichte Komma Hundert Seiten" erschienen, nämlich Péter Esterházys "Mark Version" erschienen. Auch aus diesem Anlass sprach Éva Marton mit dem Schriftsteller über die Situation in Ungarn: "in den letzten 25 Jahren gab es viele Missverständnisse und Selbst-Missverständnisse, und wir sind nicht in der sprachlichen Situation, darüber ein ehrliches Gespräch führen zu können. (…) Darin ist auch unsere Kleinkariertheit enthalten. Die Konfrontation mit der Kleinkariertheit ist schwieriger als die mit den großen Sachen. Jetzt verdecken wir sie mit Hochmut. Zum Staat hatten wir immer zwei Beziehungen: Er soll unsere Probleme lösen und wir verarschen ihn, wo wir nur können."

Archiv: HVG

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New York Times (USA), 02.08.2014

Im Magazin der New York Times schreibt Emily Bazelon über die Möglichkeit des medikamentösen Schwangerschaftsabbruches zu Hause und stellt die niederländische Ärztin Rebecca Gomperts vor, die auf eigens gecharterten Schiffen, etwa vor Irland, abtreibungswilligen Frauen geholfen hat und das Portal Women on Web betreibt: "Gomperts auf der radikalen Idee eines Schwangerschaftsabbruches ohne direkten Arztkontakt basierendes Programm ist für Frauen in Ländern gedacht, wo keine Abtreibungskliniken zur Verfügung stehen. Aber auch Abtreibungsaktivisten in den USA, wo eine Abtreibung zwar legal, aber schwer zu bekommen ist, interessieren sich für das Model. Für sie stellt Gomperts' Methode einen Ausweg dar für den Fall, dass die Klinik versagt." Allerdings sind die Strapazen der Methode erheblich: Schmerzen, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall. "Wenn eine Frau die Pillen nimmt und unsicher ist, weil zum Beispiel die Blutungen zu stark sind, kann sie sich an 'Women on Web' wenden. Dort antwortet man auf solche Fragen mit einer standardisierten Liste, auf der Warnsignale verzeichnet sind. Individuelle Symptome werden dabei jedoch nicht berücksichtigt." Tja, wenigstens brauchen die Frauen keine Stricknadel mehr, das nennt man Fortschritt.

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Archiv: Magazinrundschau

Kompass des Bösen

26.08.2014. Im Spectator gibt der Historiker Tom Holland einen Einblick in die religiösen Vielfalt Mesopotamiens, die die Isis gerade zerstört. Vanity Fair erzählt die Geschichte der Madame Claude. Dawn stellt ein Buch über den muslimischen Zionismus in Pakistan vor. Kathrin Passig denkt in Funkkorrespondenz über die Nützlichkeit irrationaler Argumente nach. Die Public Domain Review erzählt, wie das Lachgas den Schriftstellern und Wissenschaftlern die Sprache verschlug. Das TLS liest eine neue Brecht-Biografie. Mehr lesen

Düster, aber gesund

19.08.2014. In Wired erklärt Edward Snowden, wie die besten Absichten direkt in die Hölle führen. Nepszabadsag fragt: Soll Imre Kertesz den selben Orden annehmen wie Göring? In Film Comment  will Alexander Sokurow dem Kino mit Literatur aus den Kinderschuhen helfen. Soziale Mobilität gibt es nicht, verkündet der Soziologe Jules Naudet in Les inrockuptibles. The Dissolve freut sich auf den Pepys aus Hollywood. Mehr lesen

Ein weiterer Pfannkuchen

12.08.2014. The Nation porträtiert Alessandro Spina, Chronist des Untergangs des italo-arabisch-ottomanischen Universums. Die London Review wird von einem Stalker verfolgt. Al Ahram fragt: Was wollen die Palästinenser? Im New York Magazine schildert Werner Herzog seine einzige Drogenerfahrung mit Marmelade von Popol Vuh. Bloomberg Businessweek erzählt, wie Tony Blair versuchte, Gaddafis Geld zu verwalten.
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Der Wille zur Jacht

04.08.2014. Telerama und der New Yorker suchen den Aufstieg über den krummen Pfad. Elet es Irodalom und das San Francisco Magazine freuen sich über die Demokratisierung der Kritik durch das Internet. Harper's Magazine beantwortet die Frage, ob James Joyce Syphilis hatte. MicroMega porträtiert den linken uruguayischen Staatspräsidenten Pepe Mujica als Franziskaner. Medium begleitet Obdachlose zu Tests für die Pharmaindustrie. Pitchfork feiert die Renaissance des Vinyl. Mehr lesen

Der Leser, den ich liebe

29.07.2014. The New Republic jagt einen Sturm namens William T. Vollmann. In der New York Review of Books lernt Jonathan Freedland von Ari Shavit, was linker Zionismus ist. Die London Review of Books porträtiert einen doppelt impotenten Alain Robbe-Grillet. Hairpin porträtiert eine Giftmörderin des 17. Jahrhunderts, die Marquise de Brinvilliers. Pacific Standard fragt: Was ist Ihre DNA wert? Der New Yorker sucht das weibliche Hirn bei Radikalfeministinnen und Trans-Frauen. Mehr lesen

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

Spieler ohne Trainer

08.07.2014. Film Comment analysiert den Poliziotteschi, den italienischen Polizeithriller der 60er und 70er Jahre. In Repubblica wartet Roberto Saviano auf den Moment, an dem die Ndrangheta wieder zur Messe geht. Im Guardian feiert Zadie Smith die  eiskalte Präzision J. G. Ballards. Im New Yorker erinnert Héctor Tobar daran, wie vor vier Jahren  über 33 chilenischen Bergleuten die Erde einstürzte.  In Eurozine meint Thomas Piketty: Mehr Wettbewerb ist auch nicht die Lösung. Und die NYT ist froh, kein SEEBÖWE zu sein. Mehr lesen

Noch etwas Allzuwörtliches

01.07.2014. Osteuropa begutachtet die neue russische Kampfpropaganda. In Open Democracy erklärt Nadja Tolokonnikowa rechten und linken Anhängern Putins: Menschenrechte sollten nicht nur im Westen gelten. Der Merkur bittet, zwischen digitaler Literatur und Netzliteratur zu unterscheiden. Eurozine untersucht Film als Metapher. Die NYRB erklärt, warum die Stärkung von Konsumentenrechten eine Stärkung Amazons zur Folge hat. Atlantic denkt über Afghanistan nach Karzai nach. Und Tablet porträtiert BHL als homme d'honneur. Mehr lesen

Kritikimmuner Springteufel

24.06.2014. Der Hollywood Reporter porträtiert den schwedischen Regisseur Malik Bendjelloul, der vor wenigen Wochen Selbstmord beging. Der New Yorker zertrümmert die Diskontinuitätstheorie. Im Guardian erklärt Will Self den Verwandtschaftsgrad von neolithisch und neoliberal. In Valleywag erklärt Lawrence Lessig, warum Silicon Valley im Moment ein guter Bündnispartner ist. Der Rolling Stone bestaunt den Nipster. Wired sagt Servus zur Netzneutralität. Und die NYT fragt: Thirtysomethings, wollt ihr ewig bei euren Eltern leben? Mehr lesen

Das Gehirn in Technicolor

17.06.2014. La vie des idees fragt: Hat Musik eine Farbe? Ohne Gott keine universalen Werte, bescheinigt John Gray im New Statesman Kenan Malik. Tin House besucht den Special-Effects-Künstler Tom Savini. Die LRB feiert Polke, die NYRB feiert El Greco, der Howler feiert den Torwart. Der Guardian setzt den großen Säuferinnen der Literaturgeschichte ein Denkmal. Immerhin kann man es mit Drogen auch mit 90 Jahren noch zum Millionär bringen, erzählt die New York Times. Mehr lesen

Hack es durch

11.06.2014. William T. Vollmann feiert den irakischen Autor Hassan Blasim in Bookforum als Meister des außerordentlichen Grauens. In der Paris Review denkt Karl Ove Knausgaard beim Anblick eines Genicks an Mord. Den Guardian gruselt die Umsetzung sarrazinscher Eugenik in China. Eurozine beklagt den Verfall der brasilianischen Architektur. La vie des idees spielt um einen Job bei L'Oreal. Mehr lesen

Niemals peinlich

06.06.2014. Die NYRB überlegt, wer alles Schuld ist am wachsenden Terrorismus in Afghanistan. Im New Statesman erinnert John Gray an Maos Freunde in der akademischen Welt. Der New Yorker porträtiert den englischen Schriftsteller Edward St. Aubyn. Rue89 widmet sich den neuen Porn Studies. In der LARB beschuldigt Muhammad Idrees Ahmad Seymour Hersh, im Falle Syriens profaschistischer Propaganda aufgesessen zu sein. In Eurozine erklärt Peter Sloterdijk, warum es in Deutschland keine digitale Kompetenz gibt. Mehr lesen

Atonale Geschichtsschreibung

30.05.2014. Der New Yorker begibt sich unter die israelischen Expats in Berlin. Rue 89 denkt über Open Source in der Medizin nach. Bloomberg Businessweek hört "Stairway to Heaven" von Randy California. Der spanischsprachige Buchmarkt gehört den Deutschen, meldet die Revista Anfibia. Elet es Irodalom sucht nach der Zwölftontechnik der Geschichtsschreibung. Die New York Times sorgt sich um unseren von Hackern bedrohten Vagusnerv. Im Guardian erklärt der Juraprof Eben Moglen: Der Kampf gegen Massenüberwachung ist so legitim wie der Kampf gegen die Sklaverei. Mehr lesen

So wurde Rebellion zur neuen Mitte

23.05.2014. Salon erledigt den Nonkonformismus mit Normcore. Berlusconi ist für Matteo Renzi, was Thatcher für Blair war: ein Vorbild, notiert die London Review of Books. Die Zeit versucht in der Ostukraine eine prorussische Demo zu begleiten. The New Republic erklärt, wie Putin das russische Internet kaputt macht. Die Jerusalem Post spendiert dem Prinzen Fahd bin Sultan bin Abdul Aziz Al Saud eine Portion Viagra. Im Spiegel schreibt Cordt Schnibben über seinen Vater, den Werwolf. Das New York Magazine überlegt, warum die Chefredakteurin der New York Times Jill Abramson gefeuert wurde. Mehr lesen

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