Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.11.2005. Die NZZ macht uns mit der größten Herausforderung des Bukarester Establishments bekannt: dem Club 8. In der FAZ beschreiben junge Dramatiker die tragische Erfahrung, inszeniert zu werden. In der SZ beschreibt Thomas Ostermeier die kathartische Wirkung seines Theaters auf eine Kollegin aus der Verlagswelt. Die taz beobachtet die arabische Kunstszene in Beirut.

Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2005

Markus Bauer macht uns mit der Autorengruppe "Club 8" bekannt, die vom ostrumänischen Iasi aus das Bukarester Establishment herausfordern: "Dan Lungu hat mit Lyrik und einem ätzend-satirischen Erzählband begonnen, der die Sprache der Jugend und des Alltags gebrauchte ('Cheta la flegm' - Die Kollekte aus Spucke). Auch die zunächst durch Lyrik hervorgetretene Mariana Codrut hat in ihrem ersten Roman, 'Das Haus mit den gelben Gardinen' (1998), in einer knappen, realistischen Prosa das Leben junger Menschen beschrieben, die den Alltag im Iasi der achtziger Jahre kaum anders erleben als die ersten Jahre der postrevolutionären Epoche. Der erste im literarischen Rumänien Furore machende Konflikt mit der 'Uniunea Scriitorilor', dem zentralistischen rumänischen Schriftstellerverband, brach 1998 aus, als die Mitglieder von 'Club 8' auf die ungerechte Verteilung der staatlichen Gelder aufmerksam machten."


Weiteres: Alfred Zimmerlin meldet aufgeregt den Fund eines Beethoven-Manuskripts, das bei Sotheby's für zwei bis drei Millionen Franken versteigert werden soll. "Es handelt sich um das Autograph der unter der Opuszahl 134 veröffentlichten Bearbeitung für Klavier zu vier Händen der Großen Fuge für Streichquartett op. 133 von Ludwig van Beethoven."

Besprochen werden eine Ausstellung junger chinesischer Kunst im Salzburger Hangar-7 (besonders beeindruckt hat Samuel Herzog Shi Jinsong Chromstahlplastik "Baby Chair": Sie "stellt einen Kinderwagen dar, an dem etwa auf Griffhöhe des Babys zwei Maschinengewehre befestigt sind: Engelmacher für das kleine Engelchen also") und Bücher, darunter Richard Overys Studie "Die Diktatoren", Josep Plas Essays über Dali, Edith Steins Fragment "Was ist der Mensch?" und Norbert Scheuers Prosaband "Kall, Eifel" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 30.11.2005

Der Aufmacher ist heute der unabhängigen arabischen Kunstszene gewidmet, die derzeit offenbar eine Renaissance erlebt. Und das Festival Homeworks, das nun schon zum dritten Mal in Beirut stattfand, entwickelt sich zu ihrem wichtigsten Forum, schreibt Daniel Bax. Doch die Reichweite ist begrenzt: "Dass ein Theaterstück wie 'Who's Afraid of Representation' mit seiner provokanten und sexuell expliziten Sprache in Beirut keinerlei Proteste hervorruft, ist vermutlich nicht übergroßer Toleranz und Liberalität geschuldet. Es liegt vermutlich eher daran, dass eine konservative Öffentlichkeit davon gar nichts mitbekommt."


Weiteres: Till Briegleb fragt sich anlässlich zweier Inszenierungen am Hamburger Schauspielhaus und am Schauspiel Hannover, was den Shakespeare Fiesling Richard III eigentlich so interessant macht. Besprochen wird der chinesische Dokumentarfilm "Yan Mo - Vor der Flut" (mehr) über das Staudammprojekt am Jangtse-Fluss.

Auf der Medienseite erklärt Martin Haller, was ihm im Rahmen seiner Studie zur Zukunft der Medienmacher nämliche darüber mitgeteilt haben und warum "guter Journalismus" eine Chance habe. Und in tazzwei informiert Dorothea Hahn über die Absicht konservativer französischer Politiker, die Texte von sieben Rappern zu verbieten, weil sie angeblich mitverantwortlich für die Gewalt in der Banlieue seien.

Schließlich Tom.

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Frankfurter Rundschau, 30.11.2005

In der Serie "Mein Europa", die ausloten will, inwiefern sich subjektive mit realen Grenzen Europas decken, beschreibt Hans-Klaus Jungheinrich seine "europäische Kartografie" eines Musikkritikers. "Nach und nach gab es viele solcher 'Zuhause' für mich, die Städte und Stätten, wo ich, ein- oder mehrmals im Jahr, für jeweils einige Tage zu Musikfesten oder Opernaufführungen bin... Ich ertappe mich dabei, dass ich, wenn ich in Paris bin, fast immer dieselben Schneisen vom Bahnhof zum Opernhaus einschlage, als nähre sich meine Lust mehr am Vertrauten als am Unbekannten."


Weiteres: In Times mager denkt die "gelernte Protestantin" Ina Hartwig über den "Feuilletonkatholizismus" und die "mehr oder weniger offen praktizierte Sexualität katholischer Geistlicher" nach. Johannes Wendland porträtiert den "aktuellen Liebling" des Kunstmarkts Matthias Weischer, dessen Bilder derzeit im Museum der bildenden Künste in Leipzig zu sehen sind.

Besprochen werden Claus Peymanns "stilsichere" Inszenierung von Brechts "Mutter Courage" am Berliner Ensemble, ein Frankfurter Konzert von Billy Idol und Bücher, darunter ein Band zur Lyrik Michael Hamburgers, ein Gedichtband von Yisang und eine Studie über amerikanische Folterforschung und -praxis des Historikers Alfred McCoy (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 30.11.2005

Der New Yorker Regisseur Amos Kollek gratuliert Woody Allen zum Siebzigsten. Tanja Dückers besucht Lion und Marta Feuchtwangers prunkvolle "Villa Aurora" in Los Angeles, die heute als Begegnungsstätte dient. Ulrike Münter berichtet, dass die Künstlerkolonie Suojiacun bei Peking, in der "mehr als hundert chinesische und ausländische Künstler, Galeristen und ein chinesischer Akademieprofessor leben" abgerissen werden soll. Michael Pilz greift die "Poschardt-Diederichsen-Debatte" über die Frage, ob man FDP wählen kann, auf. Manuel Brug annonciert die Eröffnung des Disco-Clubs "Goya", der ausschließlich seinen Aktionären vorbehalten ist, im ehemaligen Metropoltheater in Berlin. Uta Baier meldet, dass sich die "Initiative Deutsch-Russischer Museumsdialog" gestern in Berlin vorstellte.

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Süddeutsche Zeitung, 30.11.2005

Christopher Schmidt beschreibt die "Eiszeit" an den Berliner Theatern im klammen Winter 2005. Vom Schaubühnen-Chef Thomas Ostermeier hat er sich etwa erzählen lassen, wie das Theater noch das Leben verändern kann: "Ostermeier sagt, er werde jetzt oft gefragt, warum er keine Reform mache, was übersetzt bedeute: 'Schmeiß doch einfach ein paar Leute raus!' Dann erzählt er von einer Zuschauerin, die sich nach einem Besuch seiner 'Nora' entschlossen habe, ihren Mann zu verlassen. Und als es ernst wurde, sei sie noch einmal in die Vorstellung gegangen, um sich für die Anwaltstermine zu stählen. Verlagslektorin sei sie gewesen, heute schreibt sie Telenovelas."


Willi Winkler beobachtete in Düsseldorf den "Schaukampf der Kulturen", den die Toten Hosen, die Biermösl Blosn und Gerhard Polt mit einer gemeinsamen Tournee inszenieren. Ihnen allen sei zu danken, "weil sie die Gräben zwischen Nord und Süd, zwischen rheinischem und dem bayrischen Katholizismus nicht zuschütten, sondern mit Fleiß betonen. Deutschland ist nämlich weder schön noch interessant, sondern nur gut, wenn es so weit wie möglich auseinander fällt. Wer dabei war, wird die Frohe Botschaft noch an Kind und Kegel weitergeben: dass an diesem adventlichen Abend in Düsseldorf die endgültige Teilung Deutschlands in Frieden und musikalischer Freiheit vollendet wurde."

Weiteres: Der emeritierte Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen denkt aus gegebenem Anlass darüber nach, was eine Regierungserklärung vermag und was sie "gut" macht: "dass die Arbeit an der Klärung des Konzepts und an der Sprache sich auszahlt". Peter Rumpf stellt den österreichischen Architekten Heinz Tesar vor, unter dessen Ägide das Berliner Bode-Museum restauriert wurde. Alexander Menden informiert über einen Streit in London, der sich um ein Wandgemälde dreht, das an den Brasilianer erinnern soll, der von der Polizei irrtümlich für einen Terroristen gehalten und erschossen wurde. Cornelius Wüllenkemper resümiert einen Vortrag über das Verhältnis Staat und Religion, den der kanadische Philosoph Charles Taylor in Berlin hielt.

Die Schallplattenseite arbeitet sich heute an der "Hölle der Romantik" ab. Reinhard J. Brembeck erklärt, warum wir am liebsten "alte, kratzige Aufnahmen" hören und warum sich das "bald ändern" könnte. Im Interview erläutert der Dirigent und Spezialist für Alte Musik Philippe Herreweghe, warum er "Bach-müde" ist und sich nun eher einem "religiösen" Bruckner verbunden fühlt. Vorgestellt werden zwei neue Einspielungen von Mahlers 6. und 7. Symphonie und drei CDs mit Aufnahmen von Bruckner, Mahler und Hugo Wolf unter Leitung von Kent Nagano.

Besprochen werden Joss Whedons "großartiger" Weltraumabenteuerfilm "Serenity", und Bücher, darunter Martin Mosebachs Künstler-Essays "Du sollst dir ein Bild machen" und der Roman "Die geheimen Stunden der Nacht" von Hanns-Josef Ortheil (siehe hierzu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2005

Die Münchner Kammerspiele haben einigen jungen Dramatikern angeboten, ihre Stücke aufzuführen. Wie Bernd Noack erfahren hat, geht damit nicht immer ein Traum in Erfüllung: "Anja Hilling sitzt auf der Bühne im Werkraum der Münchner Kammerspiele und sagt: 'Ich hätte im Stuhl versinken können.' Kopfschüttelnd hat sie gerade über die Uraufführung ihres letzten Stücks 'Monsun' in Köln gesprochen und dass sie da so gut wie nichts mehr von ihrem Text wiedererkannt habe. Dafür sei sie dann auch noch verrissen worden. Schuld an dem Misserfolg aber sei allein die Inszenierung gewesen, in der all die Zwischen- und Untertöne der Dialoge weggebügelt wurden. Das Vertrauen der Jung-Dramatikerin ins Theater scheint schwer erschüttert zu sein."


Weitere Artikel: Die Archäologin Margarete van Ess erklärt im Interview, warum Deutschland dem Kunstschmuggel - vor allem auch aus dem Irak - Vorschub leistet: Kleinere Objekte "fallen einfach durch die weiten Maschen der deutschen Gesetzgebung. Inzwischen wird die Lage peinlich, denn Deutschland droht den Anschluss an die internationale Bewusstseinsnorm zu verlieren." Katja Gelinsky berichtet von einer Debatte in den USA über die "life tenure", die lebenslange Amtszeit der Verfassungsrichter. J.A. meldet, dass französischen Rapper vorgeworfen wird, sie förderten "nihilistische Gewaltbereitschaft", Premierminister Villepin hat sich bereits schützend vor sie gestellt. Henning Ritter stellt sein Lieblingsmärchen, "Herr Korbes" von den Brüdern Grimm vor. Ellen Kohlhaas gratuliert dem Pianisten Radu Lupu zum Sechzigsten.

Auf der Medienseite berichtet Michael Hanfeld über die schlechten Aussichten für Springer, mit Pro7/Sat.1 fusionieren zu können - zumal jetzt ein gemeinsamer Plan von Pro 7, Sat.1 und RTL aufgetaucht sei, eine gemeinsame Gebühr für Digitalfernsehen zu erheben. Nina Rehfeld stellt den amerikanischen TV-Satiriker Stephen Colbert vor.

Auf der letzten Seite porträtiert Jürg Altwegg den Waadtländer Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz, der als erster Schweizer in die französische Klassikerbibliothek Pleiade aufgenommen wird. Svenja Flaßpöhler hat die Schweizer Sterbehelferin Elsbeth Voerkel von der Organisation "Exit" besucht. Und Lorenz Jäger berichtet über eine Klage gegen den Staat Massachusetts, der in der "gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichtseinheit 'Völkermord'" auch das Massaker an den Armeniern einschließt.

Besprochen werden die Ausstellung "Ägypten, Griechenland, Rom" im Frankfurter Städel, eine Ausstellung mit Roman Vishniacs Straßenfotos aus dem Berlin der dreißiger Jahre im Jüdischen Museum Berlin, eine Ausstellung und Tagung über Literatur und Politik im Literaturhaus Wien, eine Aufführung von "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" in Düsseldorf, Russell Maliphants Choreografien beim Festival de Danse in Cannes und Patrice Lecontes Film "Das zweite Leben des Monsieur Manesquier".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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