Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Peter Nadas: Parallelgeschichten

Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
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- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
21.09.2004. Die FAZ veröffentlicht ein Hitler-Gedicht von Durs Grünbein. Die FR erklärt die Verdrossenheit Ostdeutschlands. SZ und Welt schreiben erste euphorische Kritiken der neuen Folgen von Edgar Reitz' "Heimat"-Epos. Die NZZ kritisiert die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die sich in der Debatte um die Flick-Sammlung wenig kommunikationsfreundlich zeigte. Viel Kritik auch am verkrampften Umgang der Fernsehsender mit den Rechtsradikalen.
Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Die Welt | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Rundschau, 21.09.2004
Auf der Medienseite macht sich an eine Erklärung der tieferliegenden Spannungen. "'Ostdeutsch' ist zum Attribut einer künstlichen kollektiven Identität geworden, in der verklärte Erinnerungsfetzen an ein realsozialistisches Gemeinschaftsleben mit der Opferposition in den aktuellen Verteilungskämpfen zu einer trotzigen Identität verschmelzen. Der unternehmerische Einzelne, der bisweilen als Phänotypus eines ostdeutschen Aufbruchs durch die Gazetten geisterte, konnte sich aus schlechten Gründen nie als Leitbild durchsetzen."
Uwe Käding Songwriter Leonhard Cohen zum Siebzigsten. Michael Rüsenberg Jazzfestival "swiss made" in Dortmund zahlreiche Undercover-Schweizer. Hans-Jürgen Linke sinniert Harry Nutt über Inklusion und Exklusion der extremen Parteien am vergangenen Wahlsonntag.
Besprochen werden eine Album "Reise Reise" der Schockrocker von Rammstein.
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Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2004
Eigentlich gab es ziemlich wenig Debatte über die Flick-Ausstellung in Berlin, meint Claudia Schwartz. Immerhin hat "die Präsentation von Flicks Bildern in Berlin nun einige historische Forschungsarbeit zur Familiengeschichte Flick auf den Weg gebracht. Das eine Projekt in Bochum um den Historiker Norbert Frei wurde bereits im vergangenen Jahr von Flicks Schwester, Dagmar Ottmann, in Auftrag gegeben. Mit dem anderen, vom Kunstsammler selbst finanzierten, ist das Münchner Institut für Zeitgeschichte betraut. Es wurde von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz initiiert, zu der die Staatlichen Museen zu Berlin gehören, allerdings erst in letzter Minute vor Eröffnung und erst auf massiven öffentlichen Druck hin - was kein gutes Licht auf das kulturpolitische Verständnis der Institution wirft, die sich in der ganzen Diskussion wenig kommunikationsfreudig zeigte."
Weitere Artikel: Paul Jandl resümiert das 8. Philosophicum Lech. Besprochen werden die große Schau zu den Werken des Architekten Egon Eiermann in Karlsruhe, Verdis Requiem mit Zubin Mehta im Opernhaus Zürich und Bücher, darunter Carlo Lucarellis Krimi "Laura di Rimini", Frieder Günthers Studie zur bundesdeutschen Staatsrechtslehre und Sahar Khalifas Roman "Die Verheißung" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 21.09.2004
Auf der Medienseite kann Eberhard Seidel über die Wahlberichterstattung von ARD und ZDF nur den Kopf behauptet Sebastian Moll im Kulturteil, und holt dafür historisch weit aus. "'Die christliche Rechte war in Amerika schon immer da', sagt (der startet seine neue monatliche Kolumne mit einem Artikel über die Verwandtschaft von McKinsey-Gläubigen und Attac-Jüngern. "Die einen wie die anderen wenden sich gegen Bürokraten, allerdings aus zwei verschiedenen Richtungen. Erstere sehen die Bürokratie als Effizienzhindernis, letztere als Fassade der Macht."
Weitere Artikel: Mit einem pinkfarbenen Feuerwerk ist die Moma-Ausstellung in Berlin zu Ende gegangen, und Brigitte Werneburg blättert in den aktuellen Ausgaben von Blättern für deutsche und internationale Politik. In der zweiten taz Besprechung widmet sich Stephan Puchers Inszenierung des "Othello" am Schauspielhaus Hamburg "als Machtkampf zweier Selbstdarsteller mit den Mitteln des Entertainments".
Schließlich
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Süddeutsche Zeitung, 21.09.2004
H.G. Pflaum preist ein filmisches Jahrhundertwerk, den "Heimat"-Zyklus von Edgar Reitz, dessen dritter und letzter Schriftsteller Georg Klein bringt Leonhard Cohen ein Ständchen zum Siebzigsten und bewundert dessen Poesie. "Das lyrische Reich Cohens ist eine Art transzendentales Schlafzimmer. Stets sind die Laken frisch verschwitzt vom Kampf der Geschlechter."
Weitere Artikel: Ijoma Mangold denkt mit der zuständigen Gestaltung des Uffizien-Ausgangs: der Streit hat mittlerweile "ideologische Züge" angenommen. Holger Liebs freut sich über die "originelle" Auswahl für die Kunstbiennale 2005: der Maler Thomas Scheibitz (eine Fotojournalisten Eddie Adams. Cathrin Kahlweit informiert, dass auch Deutschland nicht vom wachsenden Zwang zur Schönheitsoperation verschont bleibt. C. Bernd Sucher überbringt dem Schauspieler Claus Eberth Glückwünsche zum siebzigsten Geburtstag.
Auf der Medienseite versucht die Innenpolitik-Chefin des ZDF Bettina Schausten im Interview zu erklären, warum sie am Wahlsonntag dem NPD-Kandidaten Holger Apfel das Wort abgeschnitten hat: "Letztlich weiß man in einer Live-Sendung vorher gar nichts - zu erwarten war eher, dass sich Herr Apfel wie schon im Wahlkampf als Biedermann geben würde. Wir haben im Vorfeld keine Szenarien entworfen: 'Was machen wir, wenn Herr Apfel pöbelt. Was machen wir, wenn Herr Milbradt geht.' Das alles kann man vorher nicht steuern." Klaus Ott erklärt, warum die Erhöhung der Rundfunkgebühr noch nicht fix ist. Und Christopher Keil erklärt Nicht-Guckern, was am Sonntag in der SAT 1-Gesprächsrunde zu den Gebühren passiert ist.
Besprochen werden neue deutsche Stücke beim 4. Festival europäischer Dramatik in Santiago de Chile, Anna Badoras Inszenierung von Christoph Heins Roman "Landnahme" am Staatsschauspiel in Dresden, Armin Petras Euripides-Modernisierung in der "Neuen Szene" des Schauspiels Leipzig, der Tanz dreier "tollkühner Damen" im Berliner Haus der Kulturen, Liz Gills Film "Goldfish Memory" und natürlich Bücher, darunter Walter Rüeggs Geschichte der Universität in Europa, die Erinnerungen des Germanisten Georg Witkowski sowie die "Kaffeehauslieder" der Lyrikerin Zhai Yongming (mehr in unserer
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Die Welt, 21.09.2004
Eckhard Fuhr schreibt nach ersten Reaktionen in Venedig eine erste längere Kritik der neuen Folgen von Edgar Reitz' "Heimat"-Epos: Noch mal zwölf Stunden. "Kann das alles wahr sein? Erliegt solches Pathos des Gelingens nicht der Suggestion des puren Anspruchs, dem Sexappeal unzeitgemäßer Größe, gar der uneingestandenen Sehnsucht nach so etwas wie Vollendung und Vollkommenheit?" Nun ja, nein! Meint Fuhr am Ende der Sichtung, "Heimat" sei "am Ende doch ein grandioses Jahrhundertepos".
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2004
Das Interessanteste an der Aufmacherseite ist ein Hitler-Gedicht von Durs Grünbein. Überschrift: "Das große Weichei". Wir zitieren:
"Es war nicht gut, wenn er saß. Man sah dann den weichen
Zug um die Augen, die schlaffen Schultern, die Karpfenwangen.
Im Hauptquartier waren Blumen tabu. Er ertrug keine Leichen.
Mimose hieß er - als Gefreiter im Krieg. Sah überall Schlangen.
Frauen mit Brille waren ihm, Männer mit Tänzerbeinen suspekt (...)"
Weitere Artikel: Henning Ritter rühmt anlässlich der Ausstellung in der Wiener Albertina Rubens' Zeichenkunst. Heinrich Wefing zeigt sich nicht recht überzeugt von der Ausstellung über schrumpfende Städte in den Berliner Kunst-Werken. Christian Geyer macht in der Leitglosse geistvolle Anmerkungen zu den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg und leugnet jede Ähnlichkeit zwischen PDS und NPD ("wenn nicht im aristotelischen Sinne des propter hoc, so doch im Humeschen Sinne des post hoc"). Regina Mönch zieht eine vorläufige Schadensbilanz für die Anna-Amalia-Bibliothek (Spendenkonto) - 50.000 Bücher sind vernichtet, die Schadenssumme liegt bei 60 Millionen Euro. Gemeldet wird, dass Leipzig nach dem Ende des "Bücher-Butts" einen neuen wichtigen Literaturpreis schafft. Die Jury ist mit Kritikern führender Qualitätszeitungen besetzt und kann vier Preise in verschiedenen Kategorien vergeben. Dieter Bartetzko gratuliert Leonard Cohen (Homepage) zum Siebzigsten. Michael Stolleis resümiert den "Deutschen Rechtshistorikertag". Julia Spinola berichtet, dass beim Frankfurter Solti-Dirigierwettbewerb gleich zwei erste Sieger gekürt wurden - der Amerikaner James Gaffigan und der Bulgare Ivo Venkov.
Auf der Medienseite berichtet Tobias Rüther, dass die öffentlich-rechtlichen Sender nun mit einer Gebührenerhöhung von 86 Cent rechnen können. Michael Hanfeld kommentiert diese Erhöhung, die geringer als erwartet ausfällt, als Niederlage der Sender. Hanfeld analysiert auch die Einschaltquoten einer Fernsehtalkshow, die sich mit der Frage der Gebührenerhöhung auseinandersetzt. Hanfeld porträtiert auch die Chirurgen, welche bei RTL künftig live Brüste verschönern. Außerdem schildert Cai Tore Philippsen den verkrampften Umgang der Sender mit den rechtsextremistischen Parteien am Wahlabend.
Auf der letzten Seite porträtiert Christian Schwägerl den neuen Präsidenten des Europäischen Patentamts in München, Alain Pompidou und stellt fest, dass die große Frage nach wie vor heißt, wie weit sich Patentrechte "auf Lebendiges erstrecken sollen, auf Gene, embryonale Stammzellen, neuartige Pflanzen und die Produkte der aufscheinenden synthetischen Biologie sowie der Nanobiotechnologie". Und Dirk Schümer erinnert an den venezianischen Barockkomponisten Baldessare Galuppi, der immer noch ein wenig im Schatten Vivaldis steht.
Besprochen werden Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" im Berliner Gorki-Theater, eine Ausstellung über den Ersten Weltkrieg im Bayerischen Armeemuseum Ingolstadt, das Spektakel "Freie Sicht aufs Mittelmeer" in Basel, mit dem der Regisseur Dani Levy an die gloriosen Zeiten der Schweizer Jugendbewegung Anfang der Achtziger erinnert, und Glucks "Armide" in Ulm.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





