Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

22.06.2004. In der taz erklärt Jan Philipp Reemtsma , warum die Ablehnung der Folter keine Frage der Moral, sondern vielmehr der Sittlichkeit sei. In der FAZ ruft Frank Schirrmacher eine epochale Wende aus: Schauspieler, die Nazis spielen, werden immer jünger. In der Welt zeigt sich Erika Steinbach festlich erregt über Horst Köhlers Liebe zu Deutschland und fordert eine Reparatur unserer "massiven Selbstwertdefekte". In der FR äußert Richard Wagner Zweifel an der Agora-Fähigkeit unserer Fußgängerzonen.

Die Tageszeitung, 22.06.2004

In der Rubrik "Der lange Text" äußert sich heute Jan Philipp Reemtsma (mehr) zur Debatte über Folter in Deutschland, die es nach seiner Auffassung eigentlich nicht geben sollte. Trotzdem will er noch einmal klargestellt wissen: "Der gravierendste Fehler, der in der gegenwärtigen Diskussion unterläuft, ist der, die Frage nach dem Verbot der Folter für eine moralische Frage zu halten... Aber das Verbot der Folter gehört nicht in den Bereich der Moralität, sondern in den der Sittlichkeit. Es geht nicht um Regeln für das Verhalten Einzelner und ihr Verhalten im Einzelfall, sondern um die Verfassung des Gemeinwesens. Es geht dabei nicht um die Frage, wie jemand in dieser oder jener Situation handeln soll oder nicht, sondern darum, welche Normen gelten sollen, damit wir die sein können, die wir sein wollen."


In der tazzwei beobachtet Michael Streck den Medienrummel um Bill Clintons "epische" Biografie "My Life" und erklärt, weshalb sie nicht nur die alten Lager spaltet, sondern auch dem derzeitigen Präsidentschaftskandidaten John Kerry die Show stehlen könnte. Auf den Kulturseiten würdigt Jörg Becker den Schauspieler Peter Lorre anlässlich seines hundertsten Geburtstags und stellt dabei auch einige Beiträge - von Elfriede Jelinek und Georg Seeßlen - aus einem gerade erschienenen Buch über Lorre vor: "Peter Lorre - Ein Fremder im Paradies". Und auf der Wahrheitsseite erklärt uns der Schriftsteller Wolfgang Bortlik (mehr) die Schweizer Witzstruktur, beziehungsweise die diebischen Thurgauer, die großmäuligen Zürcher, die geizigen Basler und die beschränkten Fribourger.

Besprochen werden eine Ausstellung im Kunsthaus Dresden mit Arbeiten zum "Atomkrieg" und Franz Doblers Feuilletons "Sterne und Straßen". Kurzbesprechungen widmen sich schließlich Büchern von Thomas Medicus, Axel Marquardt, Thomas Glavinic und Tobias Hülswitt (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Und hier Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2004

Sechzig Jahre nach Kriegsende tritt die Beschäftigung der Deutschen mit Hitler "in eine neue Phase" ein, verkündet der begeisterungsfähige Feuilletonchef der FAZ, Frank Schirrmacher. "Im September 2004 und im Frühjahr 2005 werden zwei spektakuläre Filmproduktionen das Personal des Dritten Reichs inszenieren": Oliver Hirschbiegel, der die letzten Tage in der Reichskanzlei zeigt (mit Bruno Ganz als Adolf Hitler, mehr hier) und Heinrich Breloers halbdokumentarischer Film über Albert Speer (mit Sebastian Koch als Speer und Tobias Moretti als Hitler, mehr hier). Beide Filme "sind - so verschieden die Zugangsweisen auch sein mögen - die wichtigsten Geschichtsprojekte seit Jahren. Die Verantwortung ist immens. Die Chance besteht darin, den vergifteten Bildern und Inszenierungen der Nazis die eigene Interpretation entgegenzustellen. Es ist der Zugriff einer neuen Generation, die plötzlich erkennt, dass die Täter des Dritten Reichs jünger waren, als die Angehörigen dieser Generation heute sind: Die Schauspieler der beiden Filme sind heute in dem Alter, in dem die Täter des Dritten Reichs gewesen waren, als es unterging - fast alle noch längst keine fünfzig Jahre alt."


Weitere Artikel: Die Katholiken wagen ihre Symbole nur noch nebulös anzudeuten, klagt Stefan Klöckner, Spezialist für Gregorianik und Liturgie, nachdem er die Abschlussmesse des Ulmer Katholikentages im Fernsehen gesehen hat. Sonia Gandhi konnte die Wahlen in Indien gewinnen, weil sie um die Stimmen der Jungen kämpfte, die sonst niemanden interessieren, meint Martin Kämpchen - und das in einem Land, in dem 54 Prozent der Bevölkerung unter 25 Jahre alt sind. "Strahlendes Theater" hat Erna Lackner bei den Wiener Festwochen gesehen.

Auf der letzten Seite porträtiert Günter Platzdasch den Eherechtler Dieter Schwab, dem die Universität Jena kürzlich die Ehrendoktorwürde verliehen hat. Luxemburg verliert seinen guten Ruf als Klimaschützer, seit es den Tanktourismus der Deutschen fördert. Jetzt muss es sogar Kohlendioxydzertifikate zukaufen, berichtet Hans-Jochen Luhmann. Paul Ingendaay schwärmt vom Festival alter Musik in Aranjuez.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Fotografien von Jim Dine in Köln, Rossinis "La Cenerentola" an der Oper Frankfurt, eine Ausstellung illuminierter Handschriften und früher Drucke zu Seneca in der Florentiner Biblioteca Medicea und Calixto Bieitos Inszenierung von Mozarts "Entführung aus dem Serail" an der Komischen Oper Berlin (erschütternd, aber es gab, schreibt Eleonore Büning, "auch tröstliche Fensteröffnungen in dieser hermetisch geschlossenen Inszenierung für den ulkigen Augenblick und jene kleinen Dinge, die auch noch im finstersten, falschesten Leben zum Lachen sind: Pedrillo, der seinen Herrn, der vor Sehnsucht gerade gesanglich verglüht, verkleidungshalber in lange Lederstiefel eintütet.")

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Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2004

Markus Bauer erinnert in einem kundigen Artikel an den Impresario Abraham Goldfaden, der zu einem Begründer des jiddischen Theaters in Osteuropa wurde. Ihm gilt ein Festival (das allerdings schon eine Weile zurückliegt) in der ostrumänischen Stadt Iasi: "Das von Goldfaden begründete jiddische Theater erlebte bis zu den Vernichtungsfeldzügen im Zweiten Weltkrieg eine hohe künstlerische Blüte, die unter anderem Kafka zu seiner berühmten 'Conference' für die Truppe des Schauspielers Löwy veranlasste... Bis heute hat Rumänien eine der wenigen ununterbrochen aktiven jiddischen Bühnen aufzuweisen, das Bukarester Teatrul Evreiesc de Stat, dessen Gründung auf Goldfadens ersten Auftritt 1876 in der Hauptstadt zurückgeht und das auf dem Festival in Iasi mit Dürrenmatts 'Oper einer Privatbank' vertreten war."


Weitere Artikel: Das dienstägliche "Lesezeichen" widmet Barbara Villiger Heilig Helene Lenoirs Roman "Unter meinem Dach". Markus Jakob resümiert das "Sonar"-Festival in Barcelona. Besprochen werden Konzerte Alfred und Adrian Brendels bei der Schubertiade Schwarzenberg und Mozarts "Entführung aus dem Serail" in der Komischen Oper Berlin in der Inszenierung Calixto Bieitos (der Marianne Zelger-Vogt "schonungslose Realistik und unüberbietbare Brutalität" attestiert).

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Frankfurter Rundschau, 22.06.2004

Auf der Medienseite untersucht Richard Wagner das Phänomen, wie die Medien uns tagtäglich vorgaukeln, unsere Meinung sei wirklich gefragt. "Die Fußgängerzone ist an die Stelle der Polis getreten. In der Fußgängerzone ist man geschäftlich unterwegs, man lässt sich beiläufig auf eine Umfrage ein. Das Plebiszitäre erweckt den Anschein, dass man sich für die Meinung des Einzelnen interessiert, dass diese berücksichtigt wird. Umfragen sollen legitimieren. Was aber legitimieren sie noch?"


Der Kulturteil gibt sich heute dagegen eher schlank. Für Times mager hat Elke Buhr Berichte und Rezensionen der Biografie von Bill Clinton gesichtet und - tja, was? - gefunden? "Die New York Times, die auch die 800 Seiten gelesen hat, die nicht von Monica Lewinsky handeln, findet Clintons Buch übrigens schlampig, selbstgefällig und oft zum Schielen dumm" (nachzulesen hier).

Besprochen werden eine Inszenierung von Rossinis "La Cenerentola" durch Keith Warner an der Oper Frankfurt und Christiane Paulhofers Inszenierung des "Lulu"-Updates von Moritz vom Uslar am Bochumer Schauspielhaus. Im Rahmen der Besprechung werden übrigens - in Anspielung auf Uslars Heimspiele im Magazin der Süddeutschen - 10 (fiktive) Fragen an den Autor gestellt, "auch wenn wir mehr Zeit hätten".

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Die Welt, 22.06.2004

In der Welt hält die festliche Erregung über Horst Köhlers Bekenntnis seiner Liebe zu Deutschland an. Heute meldet sich in dieser Sache Erika Steinbach zu Wort, die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen und Streiterin für ein Zentrum gegen Vertreibungen. Sie nimmt allerdings nicht bezug auf die sehr harsche Polemik gegen dieses Projekt aus Polen und Tschechien, sondern beklagt die "massiven Selbstwertdefekte" der Deutschen und fährt fort: "So nötig es für uns Deutsche ist, sich mit dem finsteren Teil der eigenen Geschichte auseinander zu setzen und sich der Verantwortung dafür nicht zu entziehen, so nötig ist es ebenso, die faszinierenden positiven Seiten unseres Volkes wieder zu entdecken und den Mut zu gewinnen, stolz zu sein."

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Süddeutsche Zeitung, 22.06.2004

Als "klassischen Underdog", aber auch als eine Figur, ohne die "ein Tony Blair oder ein Gerhard Schröder nicht denkbar gewesen wären", zeichnet Stefan Kornelius Bill Clinton, dessen Biografie "My Life" heute in den USA erscheint. "Bill Clinton ist ein Besessener. Er ist besessen von der Figur Bill Clinton. Mit ihrer Wirkung nach außen, ihrer manipulativen Kraft, der schmeichelnden, einlullenden rhetorischen Gewalt... Eine zweifellos selbstsichere, aber sicher auch verzweifelte Persönlichkeit. Gerade erfährt die Welt von seiner psychotherapeutischen Suche nach seinem Ich. Aber da gibt es keinen neuen Clinton. Da ist immer der kleine Junge aus Hope, der mit sich und seiner Welt ringt, am liebsten in aller Öffentlichkeit."


Weiteres: Gottfried Knapp zeichnet anlässlich der heutigen "Himmelfahrt" von Kreuz und Turmknauf, die der Dresdner Frauenkirche zu ihrer endgültigen Höhe verhelfen, noch einmal die Geschichte dieses beispiellosen Wiederaufbaus nach. Sonja Zekri informiert darüber, dass sich der Zentralrat der Juden künftig zur Flick-Collection nicht mehr äußern wolle. Man habe "nie gefordert, dass die Bilder nicht gezeigt werden" sollten, und wolle auch "der Sammlung nicht den Koscher-Stempel aufdrücken". Über das "Princeton des Ostens", das Collegium Budapest und seine Projekte berichtet Tim. B. Müller. In einer Glosse huldigt "zig" der Umfrage als "Schutzwall wider die schlimme Heimat- und Identitätslosigkeit" und findet, dass man in diesem Zusammenhang die neueste Umfrage von Reader's Digest zur Beliebtheit der einzelnen Völker "nicht genug rühmen" könne. Andreas Bernard gratuliert dem Germanisten Gerhard Neumann zum siebzigsten Geburtstag. Außerdem erfahren wir, dass der Schriftsteller Jonathan Franzen laut Selbstauskunft täglich gleich zweimal aufsteht.

Julia Encke berichtet von einer Bochumer Podiumsdiskussion über das Leben im Osten, auf der sich die Diskutanten Inge Viett (mehr) und Ingo Schulze (mehr) "sehr nett" gefunden hätten. Adrienne Braun resümiert ein Symposium an der Stuttgarter Akademie Schloss Solitude über "Die Stunde der Wahrheit - Eine Typologie des Auftritts". Tobias Timm berichtet über eine Tagung im Berliner Haus der Kulturen der Welt, auf der über die "Festivalisierung der Metropolen" diskutiert wurde. Marcus Jauer informiert über eine zeitlich begrenzte kulturelle Zwischennutzung des Palasts der Republik, und auch in der Kolumne Zwischenzeit geht es um die "potthässliche Schwäre im Berliner Stadtbild".

Besprochen werden eine Ausstellung über Ihre Kaiserliche Hoheit Maria Pawlowna, eine Enkelin Katharina II., in der Stiftung Weimarer Klassik, eine Ausstellung neuer Arbeiten von Olafur Eliasson im Kunstmuseum Wolfsburg, Peter Konwitschnys Inszenierung des "Fliegenden Holländer" am Moskauer Bolschoi-Theater, ein Konzert des Pianisten Jewgenij Kissin in der Münchner Philharmonie und Bücher, darunter der Roman "Hilfsverben des Herzens" des Ungarn Peter Esterhazy, Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus, eine Abhandlung über das Zeitalter Leopolds I. (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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