Die Beiträger des Bandes fragen nach Bedingungen, Erscheinungsformen und Faktoren der Nationenbildung in den ganz unterschiedlichen Kontexten West-, Ostmittel- und Osteuropas. Dabei wird ein weiter Bogen vom Ende des 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert gespannt. Gehörten "Partizipationsverheißung und Gewaltbereitschaft" (Dieter Langewiesche) immer und überall zum Doppelgesicht des Nationalismus? Wie setzte er sich gegenüber regionalen, lokalen und konfessionellen Orientierungen durch? Folgte die Inszenierung der Nation im Westen und Osten ähnlichen Mechanismen, bediente sie sich vergleichbarer Mittel und Wege? Dies sind einige der Fragen, die in diesem Band anhand von 18 länderspezifischen und komparativen Beiträgen aufgegriffen werden...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2001
Edgar Wolfrum stellt einen "interessanten Sammelband" vor, der exemplarisch untersucht, wie Nationen in West- und Osteuropa entstanden sind. Der Band umspannt den Zeitraum vom Ende des 18. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dabei liegt der Schwerpunkt aber auf dem 19. Jahrhundert, was der Rezensent bedauert: Ihm fehlt die Betrachtung der "Rückkehr der Nation nach 1989", wofür er den Autoren des Bandes "Scheu vor der Zeitgeschichte" bescheinigt. Ansonsten lobt Wolfrum jedoch die differenzierten Beiträge, die den Schluss nahe legten, dass sich der Begriff Nationalismus einer eindeutigen Definition versage. Dies sei historisch und gesellschaftlich begründet, das Resultat der Begriffsbestimmung ist eine "neue Unübersichtlichkeit", urteilt der Rezensent: "Alte Gewissheiten" hätten sich aufgelöst.
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