Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN
9783446285866 Gebunden, 384 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Kirstin Lohmann. Jenseits von Klischee, Konkurrenz und Kitsch blickt Tiffany Watt Smith mit frischem feministischem Blick auf ein Jahrhundert weiblicher Freundschaft und Solidarität.Frauen sind in ihren Freundschaften entweder unzertrennliche Besties oder fiese Intrigantinnen, so wird es in Filmen und Serien zumindest suggeriert. Bedeutende, tiefe Bindungen traute man lange Zeit nur Männern zu. Diesem Zerrbild sagt die Emotionshistorikerin Tiffany Watt Smith den Kampf an. Dafür befragt sie Archive, die Literatur und immer wieder sich selbst. Aufrichtig berichtet sie von der Enttäuschung über Freundschaften, die sang- und klanglos enden, zeigt aber auch Gemeinschaften, in denen Freundinnen verlässlich und solidarisch füreinander da sind. Sie zeigt, wie komplex und vielgestaltig Freundschaften von Frauen schon waren, lange bevor sie bürgerliche Rechte besaßen. Dieses Buch erzählt davon, dass zwischen Aristoteles und den Spice Girls tatsächlich eine Revolution stattgefunden hat.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2026
Rezensentin Kim Kindermann liest Tiffany Watt Smiths Buch über Frauenfreundschaften mit viel Gewinn. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil Smith diesen Band einerseits durchaus als Feier der Frauenfreundschaft angelegt hat, andererseits aber problematische Aspekte des Themas nicht unter den Tisch fallen lässt. Die Rezensentin blickt mit dem Buch auch zurück in die Geistesgeschichte: Aristoteles hielt Frauen nicht für fähig, untereinander echte Freundschaften zu entwickeln, eine Haltung, die lange Bestand hatte, wobei im 19. Jahrhundert derselbe Beziehungstypus dann über alle Maßen idealisiert wurde - oft von weiblichen Autoren, lernt Kindermann. Smith plädiert für einen vielfältigeren Blick auf weibliche Freundschaften, und auch dafür, nicht nach unerreichbaren Idealen zu streben, sondern weibliche Freundschaft so zu leben, wie es eben geht: Damit kann sich Kindermann gut anfreunden. Allzu geradlinig ist dieser Durchgang durch weibliches freundschaftliches Beisammensein nicht geraten, aber daran stört sich die sehr angetane Rezensentin letztlich kein bisschen.
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