Für den türkischstämmigen Polizisten Can und das Ermittlungs-Team um seine Vorgesetzte Simone fängt alles mit einem Doppelmord im Roma-Milieu in einer deutschen Großstadt an. Doch dieses Verbrechen zieht schnell weite Kreise: Korruption, Menschenhandel und das Schicksal derjenigen, die von der Gesellschaft nichts mehr zu erwarten haben, sind der Schmelztiegel, in dem sich dieser Roman um das Leben und Überleben in unserer heutigen Zeit entfaltet. Der Polizist Can tut alles, um die Wahrheit zu finden und gleichzeitig seine Menschlichkeit nicht zu vergessen. Sein Kampf gegen die eigene Fehlbarkeit ist zugleich eine kraftvolle Suche nach Erlösung und Liebe.
Das ist Krimistoff, der seine Leser nicht nur berührt, sondern packt, der sie aus der Komfortzone herauszerrt in die Realität und zwingt hinzusehen, ohne dabei auch nur ein Wort der Belehrung auszusprechen, schreibt Rezensent Tobias Gohlis. Susanne Saygin hat sich ihren Stoff nicht wirklich selbst gesucht, sie wurde gewisserweise von ihm bedrängt als in ihrem Nachbarhaus vor einigen Jahren 250 Migranten aus Bulgarien einzogen, obwohl nur Platz für 80 war. Das Chaos nahm seinen Lauf, bis die Not nicht länger zu übersehen war, weiß Gohlis. "Feinde" sei ihre Art, mit diesen Erfahrungen umzugehen. Fünf Jahre lang hat sie recherchiert, erzählt Gohlis weiter, über die Arbeitsverhältnisse osteuropäischer Migranten in Deutschland, über Zwangsprostitution und Lohnsklaverei, über Erpressung, Unterdrückung und Armut. Herausgekommen ist dabei ein "fulminanter" Kriminalroman "in bester Tatortmanier", lobt er.
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