Stefan Beuse

Alles was du siehst

Roman
Cover: Alles was du siehst
C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406582448
Gebunden, 174 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Ein Ghostwriter und Biograf reist in ein US-Amerikanisches Universitätsstädtchen, um die Geschichte eines Mannes aufzuschreiben, von dem er bislang kaum mehr kennt als ein verschwommenes Foto. Sein vermeintlicher Auftraggeber entzieht sich ihm, doch die Menschen in dem Haus, in dem er untergebracht ist, behandeln ihn als einen der Ihren. Sie verhalten sich ebenso rätselhaft wie Ned, ein junger Mann, der heimlich ein Mädchen beobachtet, zu dem er sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. Er kündigt seinen Job und widmet seine Tage fortan nur noch der Erforschung ihres Lebens. Bis er entdeckt wird und in Gefahr gerät.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.02.2009

Andreas Dorschel ist ganz und gar nicht überzeugt von Stefan Beuses Roman "Alles, was du siehst". Der handelt von einem auf konstruktivistische Theorien versessenen Universitätsprofessor, der sich über den Tod seiner Tochter hinwegzutrösten versucht. Und zwar, so erfahren wir, mit dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt, dass Energie nicht verloren geht, sondern nur ihre Form ändert. Die Idee einer derartigen Trauerarbeit hält der Rezensent schon an sich für einen "ungewöhnlich dummen Einfall". Und auch Beuses Erzählweise kann Dorschel nicht überzeugen: Der Autor beschreibt die Figuren nicht, er informiert über sie, wobei der verrückte Professor nicht mehr Fleisch und Blut hat als eine "Weltanschauung auf Stelzen". Das findet Dorschel dann doch zu langweilig.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2009

Andrea Diener ergeht es wie den Figuren in Stefan Beuses Roman. Am Ende hat sie an Erkenntnis eigentlich nichts hinzugewonnen. Zwar lässt es der Autor ordentlich flimmern und rauschen. Beuse würfelt Handlungsstränge, Figuren, Orte und Zeiten durcheinander und jongliert mit quantenphysikalischen Phänomenen. Nur weiß die Rezensentin nicht, wozu das alles. Diener geht die Vagheit als Prinzip sichtlich auf die Nerven und so konzentriert sie sich auf die von Beuse exzessiv eingesetzte Bildlichkeit, auf Wassermotive und Ozeanmetaphern. Das schwimmt sie, die Rezensentin und sucht und findet doch keinen Schatz, bloß die uralten Requisiten des Unheimlichen, wie sie sie aus der Gothic Novel kennt. Keine Metaphysik, nirgends, nur so ein weißes Rauschen.
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