Klappentext
Roya wächst in einer iranisch-deutschen Familie auf und fühlt sich zwischen zwei Kulturen oft fremd. Als junge queere Frau reist sie mit ihrem Vater in den Iran, um ihre Wurzeln zu suchen - und erlebt eine intensive Zeit zwischen Faszination und Angst, Schönheit und Unterdrückung.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.06.2026
Rezensentin Martina Knoben bekommt mit Roya Sorayas "Wind in meinem Kopftuch" Gelegenheit, Iran aus einer ungewohnt offenen und unvoreingenommenen Perspektive zu erleben. Fünf Jahre lang arbeitete Soraya an ihrer autobiografischen Graphic Novel über ihren ersten Besuch in der Heimat ihres Vaters. Vom Iran-Krieg und auch den vielen ermordeten Demonstrantinnen und Demonstranten im Iran kann die Autorin bei diesem ersten Besuch noch nichts wissen. Ihr Buch wirkt dadurch "seltsam aus der Zeit gefallen", stellt Knoben fest, erkennt dies jedoch als eine besondere Stärke: Unabhängig von den aktuellen Nachrichten können Autorin und Leserin so auch die Schönheit dieses Landes erkunden, der Sprache, der Speisen, der Städte wie Ishafan, die Soraya in strahlenden Pastelltönen zu vermitteln weiß. Doch bei aller Offenheit für diese Schönheit kann die Reisende ihre Angst nie ganz ablegen, lesen wir, eine Angst, die durchaus berechtigt war und ist, wie sich herausstellt und wie sie in ihren Texten reflektiert und erläutert. Mit ihrem Buch ermöglicht Soraya auch jungen Leserinnen eine offene, oft amüsante, gleichzeitig informierte Begegnung mit Iran, ohne dass sie die realen Zustände, die Unterdrückung, Überwachung und die Gewalt verschweigt, ganz im Gegenteil: Immer wieder findet diese Künstlerin Bilder für die Lebensumstände der Menschen, vor allem der Frauen in Iran, Bilder, die sich einprägen, so die berührte Rezensentin.
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