Aus dem Englischen von Karla und Jakob Schmidt. In einer opulenten Villa an der Grenze des Imperiums wird ein hoher Offizier tot aufgefunden - getötet durch einen Baum, der spontan seinem Körper entwuchs. Selbst hier, wo es viele Ansteckungen gibt und das Blut der Leviathane seltsame magische Veränderungen bewirkt, ist es ein Tod, der gleichzeitig schrecklich und eigentlich unmöglich ist.Zur Aufklärung des Verbrechens wird Ana Dolabra hinzugezogen, eine Ermittlerin, deren brillanter Ruf nur durch ihre Exzentrik übertroffen wird. An ihrer Seite steht ihr neuer Assistent Dinios Kol, ein Graveur, der auf magische Weise so verändert wurde, dass er ein perfektes Gedächtnis besitzt. Bald führt der Mord zu einem Plan, der die Sicherheit des Imperiums selbst bedroht. Für Ana ergibt all dies ein wunderbar stacheliges Puzzle - endlich etwas, das ihre Aufmerksamkeit wirklich fesselt. Und Din? Er muss einfach durchhalten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.01.2026
Rezensent Kolja Mensing ist begeistert vom Genremix in Robert Jackson Bennetts Roman, der gekonnt Fantasy- und Thriller-Elemente verbindet. Die Geschichte um einen Mord an einem hohen Offizier in einem mittelalterlich wirkenden Imperium, besticht für Mensing von Anbeginn durch ihre Krimistruktur. Dass Alchemie, Leviathane und andere Details über das Großreich nicht übermächtig wirken und von der Frage nach einer politischen Verschwörung eingegrenzt werden, gefällt ihm gut. Der geschmeidige Genremix eröffnet ihm unterschiedliche Perspektiven auf die Realitäten im Buch, auf Plutokratien und Biopolitik. Außerdem gefällt ihm die Ausstattung des Bandes mit Vignetten und Farbschnitt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.12.2025
Rezensentin Sylvia Staude lässt sich gern ein auf die zwischen Crime und Fantasy changierende Story von Robert Jackson Bennett. Ein klassischer Whodunnit ist das nicht, aber auch nicht langweilig, meint sie. Es geht um ein militarisiertes Reich, bedroht durch Leviathane, die aus dem Meer kommen, bevölkert von "hinreißenden" adligen Damen und verteidigt durch einen mit Proustscher Mnemo-Nase ausgestatteten Helden (anhand von Gerüchen kann sich er die genauen Abläufe von Situationen perfekt einprägen). Auch wenn es recht märchenhaft zugeht bei Bennett - das könnte was sein für krimiaffine Leser, die an die Erneuerung des Genres glauben, denkt Staude.
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