Ralf Schnell

Orientierung Germanistik. Was sie kann, was sie will

Cover: Orientierung Germanistik. Was sie kann, was sie will
Rowohlt Verlag, Reinbek 2000
ISBN 9783499556098
Taschenbuch, 266 Seiten, 9,66 EUR

Klappentext

Dieses Buch skizziert die Arbeitsfelder der Germanistik, zeichnet ihre Geschichte nach, vermittelt ihre fachwissenschaftlichen Methoden und Orientierungswissen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2000

Undurchsichtige Welt, in der wir leben! meint der Rezensent "wl".. Woher sonst diese Flut an Ratgebern und Handbüchern? Zwei von ihnen (Ralf Schnells "Orientierung Germanistik" und Wulf Segebrechts "Was sollen Germanisten lesen") hat "wl" zu Rate gezogen und festgestellt, dass sie sich nicht nur prima ergänzen, sondern außerdem das Zeug dazu haben, sich auf dem hart umkämpften Markt durchzusetzen. Insbesondere Schnells "behutsam" und in "aufgeräumter Sprache" daherkommender Leitfaden wird in dieser Besprechung mit viel Lob bedacht. Dieser halte, was er verspreche und gebe eine Bestandsaufnahme der Germanistik, "wie sie zeitgemäßer schwer vorstellbar ist". Auch die satirische Zugabe einer "Charaktergalerie" all jener Typen, welche die Flure der Germanistik säumen, findet "wl" durchaus brauchbar. Da fällt dem schmalen Segebrechtschen Bändchen eben die Supplement-Rolle zu: als "Lektüreliste" und "Kanon-Vorschlag" zur Primärliteratur - muss man lesen!

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.04.2000

Franz Schuh scheint es fast zu bedauern, dass er selbst aus diesem Buch kaum noch Nutzen ziehen kann. Mit leichten Anflügen von Wehmut denkt er an seine eigenen Studienzeit zurück, in der er sich ebenfalls mit Fragen wie "Reicht es für ein Germanistik-Studium aus, Literatur zu lieben?" oder "Kann eine Disziplin, der man mit Liebe bzw. Naivität begegnet, gleichzeitig eine Wissenschaft sein?" beschäftigt hat. Dass Schnell Fragen dieser Art in seinem Buch angesprochen hat, ist aber nicht das einzige, was Schuh zu schätzen weiß. Neben einem Gesamtbild des Fachs habe Schnell auch einen Blick auf die "Fundamente" geworfen und vor allem das Fach auch einmal "von außen" betrachtet. Besonders amüsiert zeigt sich Schuh von dem Kapitel, in dem Schnell satirisch verschiedene Typen von Germanisten und ihre Methoden skizziert hat. Da ist von "Dekonstruktivisten", "Mediologen", "Sozialgeschichtlern" etc. die Rede, die teils nicht ohne Häme auf ihre "Kollegen" herabblicken. Auf diese Art und Weise gelingt es dem Autor auch auf so manche Gefahren und Entgleisungen hinzuweisen, mit denen ein angehender Germanist rechnen muss, lobt der Rezensent.
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