Herr Benjamin ist ein Philosoph mit ungewöhnlichen Ideen. Doch eines Tages entscheidet man in seinem Land, dass ungewöhnliche Ideen nicht erwünscht sind. Er muss fliehen und nimmt einen schweren Koffer mit auf seinen Weg. Niemand weiß, was in dem Koffer ist. Leider gelingt Herrn Benjamin die Flucht nicht. Er verschwindet spurlos und mit ihm der Koffer. Aber das Mysterium um den Koffer bleibt bestehen. Es muss etwas ganz Besonderes in ihm gewesen sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2017
Steffen Gnam gefällt die Bilderbuch-Collage der aus Taiwan stammenden Illustratorin Pei-Yu Chang. Wie die Autorin Walter Benjamins Leid als Flüchtling vor den Nazis mit zwischen den Zeilen gestellten Fragen zur Flüchtlingskrise von heute verbindet, scheint Gnam bemerkenswert. Die grotesken Bilder eines totalitären Staates und die Fluchtimpressionen, die Chang mit "Liebe und Akribie", Humor, Ironie und starken Farben bedrohlich inszeniert, verfehlen nicht ihre Wirkung auf den Rezensenten. Den Benjamin-Kenner erfreuen laut Gnam versteckte Hommagen an den großen Intellektuellen. Und Kinder nutzen die von Chang bespielte Kunstform der Arabeske, um verschiedene Bedeutungsebenen zu erkunden, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.06.2017
Karin Gruß ist begeistert, wie die aus Taiwan stammende Künstlerin Pei-Yu Chang in ihrem Bilderbuchdebüt die letzte Reise Walter Benjamins über die Pyrenäen als Gleichnis und aktuelle Fluchtgeschichte für Kinder ab 6 erzählt. Vor allem das Motiv des (als historisch verbürgten) rätselhaften Koffers findet Gruß stark, ebenso die kontrastreiche Farbgebung der Zeichnungen und die "spannungsreichen" Bildräume. Dass der poetische wie politische Band über das Leben und seine Geheimnisse für junge Leser auch noch gut verständlich ist, ist für die Rezensentin das i-Tüpfelchen.
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