Patrick McGrath

Ghost Town

Drei Geschichten aus Manhattan
Cover: Ghost Town
Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783827006851
Gebunden, 206 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Ein Mann erinnert sich an Ereignisse im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, die ihn ein Leben lang verfolgt haben. Im Jahr des Galgens hatte seine Mutter sich britischen Offizieren widersetzt, und noch immer steht ihm das Bild quälend lebendig vor Augen: seine Mutter mit dem Seil um den Hals unter dem Galgen.
"Julius" spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Immigranten in Scharen in die Stadt strömen und New York zur pulsierenden Metropole aufsteigt. Der junge Kunststudent Julius verliebt sich in ein Mädchen, das sein Vater, ein einflussreicher Geschäftsmann, für nicht standesgemäß hält. Der Vater untersagt die Verbindung und beschwört dadurch großes Unglück herauf.
Inmitten der Nachbeben des 11. September begegnen sich ein Rechtsanwalt und eine Malerin. Verunsichert, in unmittelbarer Nähe zu Ground Zero, wagen die beiden, was sie in der Sicherheit ihrer erprobten Leben vielleicht nie gewagt hätten - und was die Psychiaterin des Rechtsanwalts zu verhindern sucht. Patrick McGrath erweist sich in seinen New Yorker Geschichten als großer Analytiker der menschlichen Psyche.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.03.2007

Für Alexandra Kedves sind die drei Erzählungen von Patrick McGrath wie üppige Geschenke, deren Inhalt am Ende aber doch enttäuscht. Während die ersten zwei Drittel der Texte, die alle in Manhattan in verschiedenen historischen Situationen spielen - einmal 1776, dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts und schließlich 2001 - von der Rezensentin als gehobene Unterhaltung durchaus geschätzt werden, moniert sie, dass sie am Ende alle auf wenig befriedigende, freudianische Beziehungsgeschichten mit einer allzu aufdringlichen Moral hinauslaufen. Am besten hat ihr noch "Julius" gefallen und sie lobt, dass es dem englischen Autor, der schon lange in New York lebt, in dieser Erzählung gelingt, den Spannungsbogen fast bis zum Ende zu führen, ohne dass er dafür so dramatische Ausgangslagen wie den Unabhängigkeitskrieg oder den Terroranschlag von 2001 braucht. Am Ende wird aber auch hier alles auf eine etwas angestrengte Moral ausgerichtet, so Kedves unzufrieden.
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